Anfütterungsverbot in allen Stillgewässern des ASV-Hamburg

Alles rund um Gewässerbiologie, dessen Gleichgewicht und Verschmutzung.

Anfütterungsverbot in allen Stillgewässern des ASV-Hamburg

Beitragvon dorschgreifer » Mi 24. Aug 2011, 06:54

Anfütterungsverbot in allen Stillgewässern des ASV-Hamburg
Seit Dienstag ist es über die Homepage des ASV-Haburg amtlich, es gibt ein Anfütterungsverbot für alle Stillgewässer des Verbandes.

zu finden ist das hier:

http://www.asvhh.de/index.php/home.html

Und hat fólgenden Inhalt:


Anfütterungsverbot in den stehenden Gewässern des ASV Hamburg



Befreundete Taucher, die im Hohendeicher See ihrem Hobby nachgehen, berichteten in den letzten Jahren immer öfter von dicken Boilie-Teppichen und anderem Anfütterungsmaterial das auf dem Gewässergrund schimmelt und belegten dies mehrfach auch mit diversen Fotos.

Bei dem Anfütterungsmaterial geht es um Mengen, welche durch die Fische nicht mehr konsumiert werden können und durch ihren Phosphoreintrag zu einer Eutrophierung der Stillwasser führen.

Niemand will Massenentwicklungen von Algen in unseren Verbandsgewässern, welche letztlich das Gewässer, die gesamte aquatische Tierwelt und damit auch die Fische schädigen.

Um dem entgegen zu wirken hat sich das Präsidium des Angelsport-Verband Hamburg e.V. einstimmig dazu entschlossen, ein Verbot von Vorfütterung und Anfütterung für die stehenden Verbandsgewässer auszusprechen.

Nicht betroffen davon ist das Feederangeln.

Die Fischereiaufsicht ist angehalten, bei Zuwiderhandlung ein Platzverbot auszusprechen, bei Wiederholung droht der zeitweilige Ausschluss von den Verbandsgewässern


Es musst einfach so kommen und ich habe das schon länger befürchtet, das man dem nur durch Verbote Einhalt gewähren kann und der erste Absatz der veröffentlichung spricht da ja wirklich Bände:
Gruß Rüdiger
2. Vorsitzender KSV-Steinburg und
2. Vorsitzender
AV Angler Nord e.V.
http://www.anglernord.de/
Benutzeravatar
dorschgreifer
Der mit den Aalen tanzt
 
Beiträge: 3683
Registriert: Fr 21. Jul 2006, 04:42
Wohnort: Dägeling bei Itzehoe

Beitragvon Jochi » Mi 24. Aug 2011, 08:01

Ja, so musste es kommen. Warum auch nicht...ich bin ja nicht unbedingt DER Friedfischangler. Und Massenfänge braucht auch keiner! Da hilft dann eben nur Geduld und Spucke...
Und da ich ja auch nur mit Gummifischen anfüttere, trage ich zumindest nicht zur Eutrophierung bei... :lol: (allerdings betrifft das bei mir ja auch fast ausschließlich Fließgewässer). Wobei ich, streng genommen, nicht wissen möchte, was ich schon so an Schadstoffen versenkt habe... :?
Gruß Jochi

Dabei seit 19.07.2006

AV Forelle Bad Bramstedt
Benutzeravatar
Jochi
Angelfreund
 
Beiträge: 674
Registriert: Mi 19. Jul 2006, 16:41
Wohnort: Bad Bramstedt

Beitragvon Ruslan » Mi 24. Aug 2011, 08:07

Obwohl ich leidenschaftlicher Karpfenangler war/bin, kann ich das Verbot durchaus nachvollziehen!
Meiner Meinung nach, kann gefüttert werden, aber in kleinen Mengen und auch nur, wenn man merkt, dass das Futter komplett angenommen wird!

Karpfenangeln hat sich in den letzten Jahren zu einem regelrechten Trend entwickelt. Es gibt immer und immer mehr Karpfenangler, leider auch sehr viele mit geringem Erfahrungswert und somit sehr gefährlichem Halbwissen. Die meisten davon können sogar gar nichts dafür, weil in der "Szene" einfach zu viel geschnackt und geschrieben wird. Aufgrund der großen Beliebtheit dieser Angelart denken sich einige ganz schlaue Leute "...mhhhhh damit lässt sich doch der ein oder andere Euro verdienen :twisted: ". Also wird alles vom feinsten rausgebracht, was ein "richtiger" Karpfenangler so braucht. Vom Haken, über die Ruten+Rollen sowie Rod Pod inkl. Funkbissanzeiger mit einer Reichweite von 500m bis hin zum High End Bivvy. Natürlich alles farblich und stilvoll angepasst. Ach ja, das Ruderboot zum Drillen und das ferngesteuerte und mit GPS ausgestattete Futterboot zum Anfüttern hätte ich fast vergessen. Der Fisch soll ja schließlich überhaupt keine Chance mehr haben...

Also investieren viele der Neueinsteiger erstmal 10000 € für die nötigste Hardware. Jetzt kann man sich "fast" als echter Karpfenangler fühlen, man gehört schon fast dazu.

Der "Tackle Dealer" denkst sich aber: "OK jetzt habe ich ihm 100.000 Sachen an "Equipment" (ja immer schön Englisch schreiben, klingt professioneller :wink: ) angedreht, wovon er 80% gar nicht braucht. Man bin ich ein Fuchs :banana:!!!" Das Problem dabei ist, dass die Hardware erstmal eine Weile gefischt wird, bevor sie durch das neuste Modell substituiert wird. Der Tackle Dealer möchte aber gerne regelmäßig so viel Geld verdienen wie beim Hardware-Verkauf. Was machen?! Na klar, effektives Marketing der Köder :pro: :top: !
Als Köder kommen nur Boilies in Frage mit den besten Zutaten, die so rein sind, dass sie sogar für den Menschen zu gut sind. Für das Wohlergehen des Karpfens tut man doch fast alles!!!
Durch gezielte Werbung in Fachzeitschriften, DVD's, Internet und vor allem Mundpropaganda verbreitet sich zusätzlich die Meinung, wer VIEL und OFT füttert, fängt auch viel! Immer rein damit ins Wasser, bitte 10 Kg täglich, dann fängt man mit den innovativen "Baits" von der Firma XY die ganz ganz Großen!!!! Dann sind auch die 10€/Kg Boilies egal. Und das der See 5 Hektar hat und von 10 "Carp Huntern" tagtäglich belagert wird spielt keine Rolle. Nur das Fangen des EINEN Fisches, meist ein ü40 Pfünder, ist wichtig, damit der eigene, kleine Penis einem ein bisschen länger vorkommt...

Ich könnte ewig so weiter machen, weil ich einfach schon zu viel in der Szene gesehen habe. Das ist auch der Grund warum ich seit 2009 keine Lust mehr hatte und immer noch nicht wieder habe gezielt auf Karpfen loszugehen. Im heutigen Karpfenangeln sehe ich leider fast nur noch Kommerz und den Wunsch einiger Leute nach gesellschaftlicher und sozialer Anerkennung (Dazugehörigkeitsgefühl), da sonst im täglichen Leben mal so gar nichts glatt läuft...
Der Hauptgrund undzwar der Spaß am Angeln und das unmittelbar damit verbundene Umweltbewusstsein gerät immer mehr ins Hintertreffen.
Traurig...

So und jetzt lasst ordentlich Kritik auf mich niederhageln, wär nicht das erste Mal einer derartigen Meinungsäußerung meinerseits :wink:
Roman
Benutzeravatar
Ruslan
Angelfreund
 
Beiträge: 122
Registriert: Do 5. Mär 2009, 10:55
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Jochi » Mi 24. Aug 2011, 08:53

Ruslan hat geschrieben:So und jetzt lasst ordentlich Kritik auf mich niederhageln, wär nicht das erste Mal einer derartigen Meinungsäußerung meinerseits :wink:


Warum denn??? Viel besser hätte man nicht schreiben können. Und das auch noch als (Ex-) Carp-Junkie...
Wobei das Thema ja nicht nur Karpfenangler (Carphunter!) betrifft, sondern generell alle, die Friedfische befischen - mit mehr Anfütterungsauffwand. Man schaue sich nur einmal viele Beiträge in Anglerzeitschriften an: übervolle Setzkescher...egal ob Weißfische, Karpfen, Barben oder was auch immer. Da frage ich doch glatt nach der sinnvollen Verwertung der Fische, vor Allem bei den Barben...
Allerdings möchte ich hier nicht das Friedfischen anprangern. Nicht, dass hier jemand etwas in den falschen Hals bekommt! Es geht mir eigentlich nur um die Kopflosen und um die "Extremisten"! Un diese gibt es in allen Sparten der (Sport-) Fischerei...
Gruß Jochi

Dabei seit 19.07.2006

AV Forelle Bad Bramstedt
Benutzeravatar
Jochi
Angelfreund
 
Beiträge: 674
Registriert: Mi 19. Jul 2006, 16:41
Wohnort: Bad Bramstedt

Beitragvon dorschgreifer » Mi 24. Aug 2011, 09:06

Ja, warum sollte man da Kritik üben Roman, ich finde Dein Post schlüssig.

Und unser Verein hat für unser Moor ja auch schon ein paar mal drüber nachgedacht, das Füttern zu untersagen, gerade im Bezug auf das verstärkte Krautwachstum. Man hat den Schritt bis Dato nur noch nicht gewagt.

Aber wer weis, ob dieses Verbot evntuell auch in SH mal Thama wird, Nährstoffeintrag und Verkrautung sind ja ein Dauerthema, insbesondere, wenn einmal ein Gewässer umkippt und die Fische sterben. Und man zu hohe Nährstoffwerte ermittelt.
Gruß Rüdiger
2. Vorsitzender KSV-Steinburg und
2. Vorsitzender
AV Angler Nord e.V.
http://www.anglernord.de/
Benutzeravatar
dorschgreifer
Der mit den Aalen tanzt
 
Beiträge: 3683
Registriert: Fr 21. Jul 2006, 04:42
Wohnort: Dägeling bei Itzehoe

Beitragvon Jochi » Mi 24. Aug 2011, 09:26

Bei uns, im AV Forelle Bad Bramstedt, ist das Anfüttern in den Seen schon mindestenst seit meinem Vereinsbeitritt vor ca. 16 Jahren verboten. Ausgenommen ist allerdings Lebendfütter, wie z.B. Maden. Dass dieses Verbot nicht immer eingehalten wird, versteht sich von selbst...
Gruß Jochi

Dabei seit 19.07.2006

AV Forelle Bad Bramstedt
Benutzeravatar
Jochi
Angelfreund
 
Beiträge: 674
Registriert: Mi 19. Jul 2006, 16:41
Wohnort: Bad Bramstedt

Beitragvon TheCrow1982 » Mi 24. Aug 2011, 09:35

Hallo,

ich teile auch deine Meinung Ruslan. Finde es genau Richtig was du geschrieben hast.

Und wenn man manchmal sieht mit welchen Massen an Futter die Angler am Teich aufschlagen kann das für das Gewässer nicht gut sein.

Gruß Alex the Crow.
TheCrow1982
Angelfreund
 
Beiträge: 130
Registriert: Di 29. Dez 2009, 18:19

Beitragvon dorschgreifer » Mi 24. Aug 2011, 10:06

Jochi hat geschrieben: Dass dieses Verbot nicht immer eingehalten wird, versteht sich von selbst...


Interessiert das keinen, oder warum wird sowas nicht überwacht und nicht geahndet?
Gruß Rüdiger
2. Vorsitzender KSV-Steinburg und
2. Vorsitzender
AV Angler Nord e.V.
http://www.anglernord.de/
Benutzeravatar
dorschgreifer
Der mit den Aalen tanzt
 
Beiträge: 3683
Registriert: Fr 21. Jul 2006, 04:42
Wohnort: Dägeling bei Itzehoe

Beitragvon Jochi » Mi 24. Aug 2011, 10:22

Ist doch schwer zu überwachen, oder? Und es ist ja auch nicht so, dass es keinen interessiert...
Gruß Jochi

Dabei seit 19.07.2006

AV Forelle Bad Bramstedt
Benutzeravatar
Jochi
Angelfreund
 
Beiträge: 674
Registriert: Mi 19. Jul 2006, 16:41
Wohnort: Bad Bramstedt

Beitragvon Lampro » Mi 24. Aug 2011, 10:59

Klasse Beitrag, Roman!

Hast die Absurditäten, die dieses extrem ausgelebte "Carphunting" mit sich bringt, treffend dargestellt.

Mit Angeln hat dieser Geräte- und Köder-Wahn für mich auch nichts mehr zu tun. Die eigentlichen Werte unseres Hobbies spielen da überhaupt keine Rolle mehr.
Letztendlich leidet sogar die Natur darunter. Am Beispiel mit dem Hamburger Verein deutlich erkennbar... :cry:
Gruß und Petri Heil,
Fynn
Benutzeravatar
Lampro
Angelfreund
 
Beiträge: 1750
Registriert: Mi 26. Jul 2006, 08:52
Wohnort: Hamburg // Oldendorf

Nächste

Zurück zu Biologie in und am Wasser

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron