EU-Aalrichtlinie

Alles rund um Gewässerbiologie, dessen Gleichgewicht und Verschmutzung.

Beitragvon dorschgreifer » Mi 26. Nov 2008, 20:04

Genau richtig, Wolfgang. Der Aal ist immer noch einer von den Fischen, bei dem es noch viele Wissenslücken gibt.

Ich wollte ja auch nur sagen, das die Glasaale, die in Frankreich gefangen werden nie in unsere Gewässer kommen, sondern in die französischen Flüsse wandern, die haben sich eben für Frankreich entschieden. Sie werden dort ja in den unteren Flussläufen beim Aufsteigen in die Flüsse gefangen. Von den Restlichen, die dann an Frankreich vorbei schwimmen, kommen dann erst welche zu uns.
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Beitragvon dorschgreifer » Fr 17. Apr 2009, 11:11

Mal das neuste dazu, kommt gerade vom Landesverband:

Wie ich gestern aus dem LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) erfahren habe, ist der Fang und die Vermarktung von Satzaalen aus dem Elbeeinzugsgebiet zukünftig verboten. Die Berufsfischerei wurde darüber auf einer Informationsveranstaltung am 15.04.2009 informiert.


Das wird dann wohl für die Zukunft die Satzaalpreise in die Höhe treiben, da man jetzt nur noch Farmaale bekommen wird. Die Berufs- und Nebenerwerbsfischer, die sich auf diese Fische Spezialisiert haben, wird es wohl auch hart treffen.
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Beitragvon dat_geit » Fr 17. Apr 2009, 13:14

Sehr richtig und einfach nur konsequent sinnvoll entscheiden.
Selbstbeschränkungen helfen bei der Bestie "Mensch" nicht und gerade die Nebenerwerbsfischer sind vilerorts ein verdammt schlechtes Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit.

Sie holen nur raus und tragen nichts ausser ein paar Euro Gebühr pro Jahr zum Ausgleich bei.

Und da wir schon mal dabei sind sehe ich es mittlerweile bei der Angelfischerei genau so.

Hier wünsche ich mir auch Fangbeschränkungen für viele Art von Fischen.
So etwas wie den Zander im Hamburger Hafen darf es eigentlich nirgendwo geben.

Bestände werden ohne Rücksicht auf andere Menschen und den Kreaturen aus Profitgier und weiteren niederen Beweggründen platt gefischt und wenn es dann so weit ist, die nächste Fischart ausgebeutet.

Zur Steuerung wären längere Schonzeiten oder Fangverbote für bestimmte Jahre sinnvoll.

Vor allem müsste langsam mal über Schonmaße auch anders nachgedacht werden.

Da bei den meisten Menschen freiwillige Selbstbeschränkungen nicht greifen braucht es erweiterte Gesetze.
Wer SOT und Belly fährt hat mehr vom Fischen!!!

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Beitragvon dorschgreifer » Sa 18. Apr 2009, 10:48

Der Irrsinn ist ja grundsätzlich, das mit Besatzfischen, die von Elb- oder Störfischern stammen, überhaupt nichts für den Bestand getan wird. Er wird ja lediglich nur verschoben und dann auch noch innerhalb eines Einzuggebietes.

Leider helfen da Gesetze auch nicht immer, weil ständig versucht wird diese zu umgehen. Siehe den Bestz mit maßigen Fischen. Der ist ganz klar verboten und welche Vereine halten sich daran? Und als Ausreden kommen dann solche Argumente wie: Die Mitglieder wollen aber keine untermaßigen Fische fangen und die werden dann verangelt oder der Kormoran frisst die alle weg usw..... Hat aber schon mal einer darüber nachgedacht. das man für die großen Besatzfische die vierfache Menge an kleineren Fischen besetzen kann...., das spart auch Besatzkosten. Oder wer von denen, die mit dem Kormoran argumentieren hat in den letzten Jahren bei der jährlich angesetzten Kormoranzählung Meldungen von Kormoranen gemacht?

Das geht solange gut, bis es in Zukunft eine Hegeplanpflicht für alle Gewässer geben wird und dann dürfen die Vereine fast nichts mehr selbst entscheiden.

Für Gewäser für die Stör mit allen Zuflüssen wie Bünzau, Schwale, Brahmau, Moorkanal usw, ist vom LLUR (ex. ALR) ja schon angedacht, die Hegeplanerstellung selbst zu übernehmen. Grund ist, dass man dann einen Hegeplan für ein komplettes Gewässersystem in einer Hand hat und nicht die ganzen Stückwerke, die sich teilweise sogar wiedersprechen.

Es ist nun mal so, das sich die Zeiten ändern und dementsprechend auch die Gesetze. Und in der Zukunft werden normale Gewässerwarte mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden eventuell überfordert sein. Zumindest, wenn sie nach dem Motto arbeiten, das haben wir schon immer so gemacht. In Zukunft ist jedes Gewässer für sich zu bewerten, die Erträge zu berechnenen und genaue Aufstellungen über Fänge und Besatz zu machen und dann anhand dieser Daten den Besatz zu planen. Das kann aber auch eine absolut interessante Sache werden, für die, die Interesse an solch einer Aufgabe haben. :wink:
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Beitragvon Spöket » Sa 18. Apr 2009, 18:31

So etwas wie den Zander im Hamburger Hafen darf es eigentlich nirgendwo geben.


Ach Andy,

geht es nicht um Aale?

Das Thema Hamburger Hafen beschäftigt dich ja nur zu gut und ich hoffe dass du nachts noch schlafen kannst.
In der letzten Zeit lese ich von dir über das Thema nur noch hasserfüllte Postings und ich glaube dass dir dadurch ein entspanntes Fischen kaum noch möglich ist und du es womöglich auch gar nicht willst.

Du wirst an der Situation nicht wirklich etwas ändern können.

Geniesse dein Hobby, Andy!

Gründe sich zu ärgern hat man doch im Leben genug!

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Beitragvon Stör-Angler » So 19. Apr 2009, 13:20

geht es nicht um Aale?


Genaugenommen geht es vielmehr um die Reglementierungen -sprich Auswirkungen von Politik und Wirtschaft auf den Angelsport. Auch wenn der Thread hier mit dem Aal eng verknüpft ist sollte man ruhig über den Tellerrand schauen.So jedenfalls meine Meinung ....

Ich persönlich finde es sogar sehr gut das Andy seine kritischen Bemerkungen anbringt und halte die in Bezug auf die EU-Richtlinie für Aale sogar sehr passend, denn hier geht es um die Politik die Einfluss auf unser Hobby nimmt.

Du wirst an der Situation nicht wirklich etwas ändern können.

Geniesse dein Hobby, Andy!

Gründe sich zu ärgern hat man doch im Leben genug!


Diese Einstellung halte ich für fatal ! Man ändert tatsächlich nichts wenn man -wie Du hier vorschlägst - passiv bleibt. Ein Problem das man bei sehr vielen Anglern beobachten kann ist das Sie sich erst dann betroffen fühlen und bereit sind was zu tun wenn Sie von solchen Richtlinien in Ihrem Hobby beschnitten werden.

Wenn die EU eines Tages beschliesst das der Aal aufgrund schwacher Bestände nicht mehr beangelt werden darf dann wird man Schleswig-Holstein davon nicht ausnehmen auch wenn wir eventell garnicht betroffen sind durch die Glasaalfischerei. Wir zahlen dann alle die Zeche die die Glasaalfischer verbockt haben selbst wenn die Bestände hier im Norden ganz normal bleiben.

Angler haben durch eine Vielzahl von Separierungen in kleine Interessensgruppen eben keine Lobby und deswegen werden diese auch nix gebacken bekommen solange Sie nicht vernünftig organisiert sind und jeder sich nur für seine ganz eigenen Interessen einsetzt.
Umso wichtiger sind dann Leute die sich kritisch mit den Themen auseinander setzen und sich die Mühe machen Hintergrundinformationen zu beschaffen und uns alles zur Verfügung zu stellen.
Gruss
Tino
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Beitragvon Spöket » So 19. Apr 2009, 16:50

Moin Tino,

mein Posting bezog sich lediglich auf die Zandergeschichte im Hamburger Hafen und nicht auf die Aalproblematik.

Natürlich ist passiv bleiben der falsche Weg. Aber in Sachen Fischentnahme im Hamburger Hafen wird wird eine Einzelperson wohl recht erfolglos dagegen kämpfen. Das haben schon viele andere versucht.


Gruss Lars
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aalbesatz in der schlei

Beitragvon aalsucher » Do 5. Aug 2010, 06:33

gugst du hier:

http://www.shz.de/nachrichten/lokales/schleibote/artikeldetails/article/111/32-000-aal-babys-fuer-die-schlei-2.html

wäre auch was führ hier, oder? :P


Fischer wollen Bestand fördern
32 000 "Aal-Babys" für die Schlei

5. August 2010 | 06:50 Uhr |

Eimerweise gelangen die Jung-Aale unter den Augen von Fischer Olaf Jensen (l.) in den Bottich und von dort weiter in die Schlei. Foto: Nordmann
Es war eine besondere Premiere, die da gestern am frühen Nachmittag am Fischereihafen von-statten ging. Eine ohne viel Publikum, aber dafür mit Tausenden Hauptdarstellern. 32 000 junge Aale haben gestern in der Schlei ein neues Zuhause gefunden, ein Zusammenschluss von Fischern aus Kappeln, Arnis, Maasholm und Schleswig will auf diese Weise den Aalbe-stand in ihrem Heimatgewässer wieder auf ein höheres Maß anheben. Und wenn es nach ihnen geht, soll das erst der Anfang einer langlebigen Tradition sein.

"Das hat schon Seltenheitswert", sagte Olaf Jensen und fasste so gleich zwei Aspekte zusam-men. Nur äußert spärlich nämlich würden Küstengewässer mit Aalen besetzt werden, wusste der Kappelner Fischer zu berichten. Im Regelfall beschränkt sich die Aktion auf geschlossene Gewässer, wo die Chancen größer sind, dass sich der Aal im unmittelbaren Umfeld vermehrt. Genauso wenig alltäglich, setzte Jensen fort, sei die Kooperation der Fischern entlang der Schlei. "Es klappt nicht oft, dass man wirklich alle unter einen Hut bekommt", sagte Jensen - in diesem Fall zählte er Berufsfischer, Nebenberufsfischer, Angler, die Fischräuchereien Föh, Wolter und Petersen sowie das Kappelner Wassersportzentrum dazu. Alle eint das große Ziel, den Aal wieder zu ihrem Brotfisch werden zu lassen. Dafür haben sie 14 500 Euro berappt, 60 Prozent davon erhalten die Fischer über das Fischartenhilfeprogramm des Landes.

Erich Skrey, Koordinator der Kappelner Außenstelle der Fischereiaufsicht, fand für das Enga-gement der Fischer nur lobende Worte. Gerade weil der Aal zu den bedrohten Fischarten ge-höre, stehe ihm ein besonderer Schutz und eine spezielle Förderung zu. Skrey: "Wir begrüßen deshalb die Initiative der Fischer sehr." Gleichzeitig wies Skrey darauf hin, dass es mit einem Aalbesatz nicht getan sei. "Tatsächlich dauert es drei bis vier Jahre ehe der Erfolg sichtbar wird. Geduld und Ausdauer sind dabei gefragt." Das wissen auch die Fischer, sprachen ges-tern selber von einem "langen Weg", der auch anderen Fischern die berufliche Zukunft sichern soll.

Den Anfang haben 32 000 "Aal-Babys" gemacht, denen die Gefahren ein Aales auf dem Weg vom Laichgrund in der Sargassosee über europäische Küstengewässer hin in sein Heimatge-wässer erspart blieben. Dass sich ihr Bestand in der Schlei dennoch während der vergangenen 15 Jahre deutlich verringert hat, machen die Fischer an den Kormoranen, veränderten Um-weltbedingungen und dem parasitären Schwimmblasenwurm fest. Den neuen Aalbestand hat die Aal-Versandstelle Halstenbek des Deutschen Fischerei-Verbandes in einem speziellen Laster geliefert. Der Schleswiger Holm war ihre erste Lieferadresse, es folgten Arnis und Kappeln, letzter Anlaufpunkt war der Maasholmer Hafen. Versandstellenleiter Arne Koops machte die Bedeutung seiner Arbeit an Zahlen fest. "Normalerweise liegt die Sterblichkeitsra-te der Jung-Aale bei 90 Prozent", sagte Koops. "Wir füttern die Tiere an und ersparen ihnen die lange Reise aus dem Atlantik. So reduzieren wir den Verlust auf zehn Prozent."

Die kostbare Fracht transportierten die Fischer in Bottichen vom Hafen auf den Kutter "Ali-na", der die jeweils zehn Gramm leichten Tiere hinter der Schleibrücke in ihre neue Heimat entließ. Und bevor Olaf Jensen sich auf den Weg zur letzten Station in Maasholm machte, formulierte er konkrete Pläne für das nächste Jahr. "Wir wollen die Zahl der Satzaale gerne steigern", so Jensen. Dafür aber sei er auf Unterstützung weiterer Fischer und Angler ange-wiesen - und vielleicht auch der Gemeinden. "Immerhin", so der Kappelner, "profitieren auch die Kommunen davon, wenn die Angelregion Schlei durch mehr Aale wieder attraktiver wird."
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