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BeitragVerfasst: Fr 15. Jun 2007, 11:40
von Elmshorner
...aber das war er ja eigentlich schon immer seit die europaische Störart wärend der Eiszeit vom atlantischen Stör verdrängt wurde.

BeitragVerfasst: Fr 15. Jun 2007, 15:51
von Drill
in der zeitung wurde berichtet, das eine frau, in amerika, von einem stör k.o. geschlagen wurde.

war natürlich die bild. aber wenn das stimmt, finde ich das echt einen hammer.

BeitragVerfasst: Di 26. Jun 2007, 20:00
von acipenser
Hier nun der versprochene Situationsbericht über die Rückkehr des Ostseestörs in die Oder.

Nachdem die polnische Regierung 2006 unmittelbar vor dem Aussetztermin das gemeinsame Vorhaben polnischer und deutscher Wissenschaftler abgesagt hatten, konnten in diesem Jahr mit Zustimmung der polnischen Regierung auf polnischer Seite an 2 Zuflüssen der Oder erste experimentelle Besatzvorhaben vorgenommen werden.

Der erste Besatz auf deutscher Seite fand auch unter Beteiligung der polnischen Wissenschaftler statt. Die Vertreter der beteiligten deutschen Behörden und Abordnungen der Sponsoren sowie zahlreiche Berichterstatter der überregionalen Presse und des Fernsehens hatten sich eingefunden. Direkt in die Oder, in der Nähe des Ortes HOHENSAATEN wurden die Jungstöre am 14. 06. 2007 in ihre neue Heimat entlassen.
Das Gebiet liegt im Naturpark "Unteres Odertal"und die Naturparkverwaltung hatte das Vorhaben vorbildlich unterstützt.
Ausgesetzt wurden 200 einjährige Jungstöre (acipenser oxirynchus) in der Größe von 40 - 45 cm. Es sind Nachkommen der atlantischen Störe aus Nordkanada.
Den schonenden Transport per Spezial-LKw haben die Jungstöre sehr gut
überstanden. In Bütten wurden die Neubürger den Oderschutzdeich hinunter, an eine gut zugängliche und sehr geeignete Stelle getragen. Von den Wissenschaftlern wurde dieser Platz der stromab, hinter einer mächtigen Steinbuhne lag, gewählt. Der Boden besteht dort aus verschiedenen Körnungen Sand und Kies. Das Wasser erreicht an der Stelle Tiefen bis zu 5 Meter.

Die Fische waren in sehr guter Verfassung und somit, wie Prof. Dr. Rosenthal in seinem Itzehoer Vortrag 2005 ausführte: "Fit for survival!"

Einmal per Hand ins Wasser gesetzt zogen die Störe sofort Richtung Grund und verschwanden mit ruhigen aber kräftigen Flossenschlägen in größere Tiefen. Sehr zum Leidwesen der Fernsehreporter die sogar Unterwasserkameras in Anschlag gebracht hatten. Alle Störe sind markiert und 5% mit Telemetrie versehen. Diese kostenintensive Maßnahme versetzt die Wissenschaftler in die Lage bis zu 14 Tagen den Standort der Fische zu bestimmen.
Ein erster Versuch, ca. 2 Stunden nach dem Besatz, erbrachte einen Einzelkontakt ca. 150 Meter unterhalb der Besatzstelle. An den folgenden Tagen wurden bei Kontrollfahrten die weiteren Standorte protokolliert.

Interessant war die rege Beteiligung der örtlichen Fischereivereine. Ich denke da fehlte kein Vorsitzender. Der Ausspruch eines Altanglers, der fleißig die schweren Bütten mit tragen half, bleibt mir noch lange in Erinnerung: " Mein Großvater hat schon keine großen Störe mehr in der Oder gefangen und immer gesagt dass der Stör kaputt geht, ich habe die Neuen getragen und einen sogar eingesetzt, der war nicht mal glitschig und nicht schleimig. Das muss ich dem Enkel erzählen".

Das gesamte Projekt ist erstmal auf drei weitere Jahre ausgelegt. Dann müssen wir mal schauen.

Bei den "Gesprächen am Rande" kam eine Planung für die Zuflüsse der Nordsee zu Tage. So ist geplant in absehbarer Zeit die Habitatuntersuchungen auch in unserer Stör in Angriff zu nehmen.

Ich danke allen die mit dem Vorhaben Ostseestör befasst sind, vor allen aber denjenigen, die es in den letzten 13 Jahren finanziell ermöglicht haben, die Forschung auf diesem Gebiet so professionell zu betreiben.
Dazu gehören auch viele Angelvereine und Einzelmitglieder die durch ihren Beitrag zu diesem ersten Teilerfolg beigetragen haben.

Für mich persönlich war es ein Meilenstein in der Bewahrung einer geschützten Art. Es ist mir weiter eine Verpflichtung auf den bei uns verschollenen gemeinen oder atlantischen Stör zu hoffen. Es ist für unseren Stör bereits eine Minute vor 12 Uhr. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

BeitragVerfasst: Mi 27. Jun 2007, 12:37
von dorschgreifer
Vielen Dank für den sehr schönen Bericht, dass läst ja zumindest ein wenig hoffen, für unsere Stör.

BeitragVerfasst: Di 11. Sep 2007, 21:06
von acipenser
Wahrlich ein stolzer Fang!

Leider kann ich nach meinen Unterlagen den "Harrison sturgeon" keiner bekannten Störart zuordnen. Kann jemand meine Wissenlücke schliessen? Hoffentlich ist es nicht der Name des Rivers, oder der Familienname des Anglers!

Bis wir aber den "acipenser sturio" in der Stör so groß haben gehen noch einige Jahre ins Land (in unseren Fluss).
Hoffentlich werden bis dahin nicht andere, pflegeleichtere Sorten wie z.B. der sibirische Stör, Platzhalter gegen unseren sturio machen. Also aufpassen, mit der falsch verstandenen Tierliebe. Wenn der Stör aus dem shop im Gartenteich zu groß wird darf er nicht ausgesetzt werden.

Unter "Neues vom Stör" gibt es bald einen weiteren Bericht über die F-1 Generation vom Atlantischen Stör.

Haltet für mich bitte im obigen Sinn die Stör sauber.

Euer sturio

BeitragVerfasst: So 7. Sep 2008, 19:25
von Lampro
Hallo,

ich lese hier gerade in der Chronik "Oldendorf - Ein altes Dorf im Holstenland", die wohl nahezu jeder Haushalt in unserem netten Örtchen besitzt.

Ist ein wirklich dicker Schinken und ich bin gerade dabei, Informationen über die Bekau zu sammeln. Sehr interessant! Das geht vom Brückenbau im Mittelalter über Flussregulierung Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zur Fischerei.

Da möchte ich gerne mal eine kleine Stelle zitieren, die Stör-Interessierte wohl aufhorchen lässt:

Oldendorf - Ein altes Dorf im Holstenland, S. 38 hat geschrieben:[...]Es gab schon einmal, und das ist noch gar nicht so lange her, Störe in der Bekau. Wer mehr davon wissen will, muss in der Kaakser Chronik (Anm.: Walter Fels, An den Ufern der Bekau. Chronik der Gemeinde Kaaks, Kaaks 1990) nachlesen[...]


Hört sich ganz interessant an und das wäre eine Möglichkeit, mehr über den Stör und seine regionale Bedeutung in der Vergangenheit zu erfahren.

Nur als kleiner Tipp...

Ich mach dann mal weiter freiwilligen Geschichts-Unterricht. Wer hätte das gedacht :shock: :lol:

BeitragVerfasst: Mo 8. Sep 2008, 15:47
von acipenser
Hallo Lampro,
ich habe aufgemerkt und werde mich natürlich um die Ausgabe bemühen.
Nebenbei, der Besatz der Elbe mit acipenser sturio hat am 04.09.2008 erfolgreich stattgefunden.
Näheres bald.
Gruß
sturio

BeitragVerfasst: Do 12. Feb 2009, 11:35
von Elmshorner
Hallo, :)

hier für die Stör Interessierten mal wieder etwas neues gefungen auf der Seite von Fisch und Fang:

10.02.2009
Oder-Störe auf dem Vormarsch

Die Gesellschaft zur Rettung des Störs und die Nationalparkverwaltung Unteres Odertal blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2008 zurück.


Lange Zeit konnte er nur noch als Präparat bewundert werden, jetzt wird der Stör in der Oder wieder heimisch.

Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen scheint die Wiedereinbürgerung des Störs angesichts einiger hundert Fangmeldungen auf einem guten Weg zu sein. „Mit Fischern und Anglern der Region gab es kürzlich in Criewen bei Schwedt (Uckermark) ein Treffen zu einer ersten Auswertung des Projektes“, berichtete Nationalparksprecher Hans-Jörg Wilke. „Dabei wurden auch die Fangprämien für die im Nationalpark wieder gefangenen Störe aus dem wissenschaftlichen Versuchsbesatz gezahlt. Außerdem konnten sich die beteiligten Fischer und Angler über Anerkennungsurkunden mit den individuellen Daten ‚ihrer’ gemeldeten Fische freuen“, fügte er hinzu.

Projektleiter Dr. Jörn Geßner berichtete über erste Ergebnisse und den aktuellen Stand des Wiedereinbürgerungsvorhabens. Demnach wurden in den beiden vergangenen Jahren tausende Jungstöre in der Oder und ihre polnischen Zuflüsse ausgesetzt. Viele dieser Tiere erhielten kleine nummerierte Erkennungsmarken.

„Inzwischen liegen den Wissenschaftlern schon einige hundert Fangmeldungen von beiden Seiten der Oder vor, die zumindest die Aussage zulassen, dass unsere Ostseestöre wanderfreudig sind und in der Oder gut wachsen“, berichtete Hans-Jörg Wilke.

Mitarbeit der Angler gefordert

Fischer und Angler, denen markierte Störe an die Rute oder ins Netz gehen, sind sie aufgefordert, die Nummer des Fisches gemeinsam mit den Fangdaten und Größenangaben an die Gesellschaft zur Rettung des Störs oder die Nationalparkverwaltung zu melden und den Fisch wieder auszusetzen.

Aus den gemeldeten Daten können die Forscher dann Rückschlüsse auf die Wanderungen, das Wachstum und das Verhalten ziehen, die für eine erfolgreiche Wiedereinführung dieser imposanten Fische wichtig sind. Die Nationalparkverwaltung bittet in diesem Zusammenhang um die Rückgabe der Fangkarten für 2008, damit auch diese Daten zum Schutz und Erhalt anderer Fischarten ausgewertet werden können.

Info: www.nationalpark-unteres-odertal.eu, www.sturgeon.de

Es geht doch voran mit der Wiedereinführung dieser wunderbaren Fischart! :D