Der Stör soll wieder in die Stör/ Oder Stör die 3.

Alles rund um den Stör

Der Stör soll wieder in die Stör/ Oder Stör die 3.

Beitragvon dorschgreifer » Fr 28. Okt 2011, 05:09

Heute in der Norddeutschen Rundschau:

http://www.shz.de/artikel/article//der- ... =st%C3%B6r

Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei aus Berlin setzte im Rahmen eines Forschungsprojektes 250 Jungfische aus
10,8 Grad Celsius - die Wassertemperatur in der Stör stimmt. Dr. Jörn Gessner nimmt vorsichtig einen der kleine Störe aus dem Eimer und setzt ihn in den Fluss. Insgesamt 250 Fische entlässt der Diplom-Biologe vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei aus Berlin an drei verschiedenen Abschnitten der Stör in die Freiheit. Die wissenschaftliche Aktion ist ein weiterer Schritt zur Wiederansiedlung des europäischen Störs, der in Deutschland ausgestorben ist.

Die Wissenschaftler, die eng mit der Gesellschaft zur Rettung des Störs zusammenarbeiten, wollen mit dem Besatz von 250 einjährigen Jungfischen untersuchen, wie die Tiere wachsen und abwandern. Zugleich sollen auch weitere Grundlagen für eine Auswahl geeigneter Fließgewässer für die Wiederansiedlung des Europäischen Störs im Nordseeeinzugsgebiet erarbeitet werden, wie Dr. Gessner gestern beim Einsetzen der sieben bis 14 Zentimeter großen Störe bei Rosdorf betonte. Sein Dank ging dabei unter anderem auch an die Sportangler, so unter anderem an Peter Leisner aus Kellinghusen, die die Aktion tatkräftig unterstützten. "Hoffen wir mal, dass wir den Erfolg in 14 oder 15 Jahren auch sehen", sagte Gessner.

Über die ersten Tage in Freiheit soll ein kleiner Stör Aufschluss geben, der mit einem Sender versehen ist. Der Weg des Störs kann aufgrund des Senders bis zu 20 Tage nachverfolgt werden, dann kommt er bei Itzehoe in tiefere Flussgebiet, dort ist der Radiosender dann nicht mehr zu orten. Außerdem haben die Wissenschaftlicher 20 Prozent der Fische mit kleinen gelben Fähnchen an den Flossen gekennzeichnet. Hier erwartet Gessner Meldungen von Fischern, die die Störe irgendwann sichten. 2008/2009 seien 150 Störe ausgesetzt worden, damals habe es fünf Wiederfänge und damit Meldungen gegeben, so Gessner. Eine kam zum Beispiel aus Dänemark. Und bei dem diesjährigen Gesamtbesatz von 1500 Stören (einschließlich Oste und Elbe) erhofft sich das Leibniz-Institut 30 bis 40 Meldungen.

Umweltverschmutzung, Gewässerverbauung und drastische Überfischung besiegelten das Schicksal der Störe. In Deutschland kam der letzte Störbestand bis 1969 in der Eider vor. Seitdem gilt die Art als verschollen oder ausgestorben. 1994 ist dann die Gesellschaft zur Rettung des Störs aktiv geworden. Seit 1996 unterstützt das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums dieses Vorhaben fachlich und finanziell. So wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass Wissenschaftler am Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, in Zusammenarbeit mit der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern und anderen Forschungseinrichtungen, wichtige Vorarbeiten für eine Erhaltung der genetischen Vielfalt und eine erfolgreiche Wiederansiedlung der Art in Deutschland realisieren konnten.
Gruß Rüdiger
2. Vorsitzender KSV-Steinburg und
2. Vorsitzender
AV Angler Nord e.V.
http://www.anglernord.de/
Benutzeravatar
dorschgreifer
Der mit den Aalen tanzt
 
Beiträge: 3683
Registriert: Fr 21. Jul 2006, 04:42
Wohnort: Dägeling bei Itzehoe

Beitragvon Zanderhunter » So 6. Nov 2011, 07:53

Die Idee, den mit einem Sender versehenen Stör verfolgen zu können......sicher ein guter Weg.

Aus gut informierten Kreisen ( waren dabei )hab ich zu hören bekommen, dass der markierte Stör schneller die Stör runter geschwommen ist, als man mit dem Boot paddeln konnte. Der Kontakt fing schnell verloren.

Im letzten Jahr hat man Peil-Bojen in die Stör gesetzt, um trotzdem Anhaltspunkte zu haben. Ob man das dieses Jahr wieder so gemacht hat, weiß ich nicht.

Jedenfalls finde ich es total klasse, dass die Stör nun wieder um eine Fischart bereichert ist und bin gespannt, was in 10 bis 15 Jahren passiert.

Bitte verbreitet diese tollen Nachrichten, damit möglichst keiner der geschützten Störe wg. Unwissnheit entnommen wird.

Gruß und Dank
Sönke
Zanderhunter
Angelfreund
 
Beiträge: 762
Registriert: Mo 24. Jul 2006, 10:21
Wohnort: Kellinghusen

Beitragvon dorschgreifer » Mo 7. Nov 2011, 05:31

Zanderhunter hat geschrieben:Aus gut informierten Kreisen ( waren dabei )hab ich zu hören bekommen, dass der markierte Stör schneller die Stör runter geschwommen ist, als man mit dem Boot paddeln konnte. Der Kontakt fing schnell verloren.



Das haben die letzten Fische ja irgendwie ähnlich gemacht.... Vielleicht sind die ja zu faul gegen die Strömung zu schwimmne und lassen sich treiben..., keine Ahnung. Und dabei ist es doch eigentlich so schön in der Stör.

Naja, auch ich bin gespannt, ob wir mal einen von den Kammeraden in 10-15 Jahren wiedersehen, wäre ja erfreulich. Mit den Besatzaktionen in Oste und Elbe schwimmen da jetzt ja so einige rum. :wink:
Gruß Rüdiger
2. Vorsitzender KSV-Steinburg und
2. Vorsitzender
AV Angler Nord e.V.
http://www.anglernord.de/
Benutzeravatar
dorschgreifer
Der mit den Aalen tanzt
 
Beiträge: 3683
Registriert: Fr 21. Jul 2006, 04:42
Wohnort: Dägeling bei Itzehoe

Beitragvon Spöket » Mi 9. Nov 2011, 15:35

Moin,

ich weiss gar nicht ob ich diesen "tollen" Störbesatz so gut finden soll.

Es kostet warscheinlich ein Heidengeld Exemplare des "echten" Störes zu bekommen, warscheinlich handelt es sich um irgendwelche Zuchtfomen die nun ja auch in diversen Teichwirtschaften herumschwimmen und deren einzelne Arten sowieso keiner unterscheiden kann.

Schade würde ich es finden wenn hier Gelder verschleudert werden und anderweitig die Finanzspritze gestrichen wird. Siehe Lachsprogramm.
Da ein Teilbereich der Stör ja nun renaturiert worden ist und weitere Stücke folgen sollen wäre es wohl angebrachter in die Lachsgeschichte zu investieren.

Ist vielleicht ein wenig provokant aber ich denke diese Gelder verschwinden mit dem Stör für immer in der Nordsee.

Gruss Lars
...und nicht vergessen:

Kupfer geht immer!
Benutzeravatar
Spöket
Angelfreund
 
Beiträge: 1007
Registriert: So 1. Apr 2007, 18:36
Wohnort: Bei Hamburg

Beitragvon Jochi » Mi 9. Nov 2011, 16:59

Mönsch Lars! Und ich dachte schon, Du wolltest die "1000" einfach so stehen lassen :D ...

Meine Begeisterung zum Thema Störansiedlung hielt sich bisher auch in Grenzen. Ich sehe das nämlich ganz ähnlich! Ich habe auch so meine Zweifel, ob sich dieser Aufwand lohnt, oder ob Investitionen an anderer Stelle nicht sinnvoller wären...
Allerdings ist das irgendwie schon eine sehr spannende Geschichte mit dem Stör. Vielleicht aber auch nur, weil es etwas Neues ist und noch nicht so "abgenutzt" ist, wie Das Thema Lachs (und Meerforelle)...
Gruß Jochi

Dabei seit 19.07.2006

AV Forelle Bad Bramstedt
Benutzeravatar
Jochi
Angelfreund
 
Beiträge: 674
Registriert: Mi 19. Jul 2006, 16:41
Wohnort: Bad Bramstedt

Beitragvon dorschgreifer » Do 10. Nov 2011, 05:58

Ich finde das Projekt nach wie vor gut und unterstützenswert.

Es wird wohl ganz oft vergessen, dass es um Lachs und Meerforelle mal ziemlich genauso angefangen hat, wie die Sache mit dem Stör. Ohne Das Vorantreiben zur damaligen Zeit und den ständigen Besatzaktionen würde es wohl bis heute keinen einzigen Lachs oder keine Meerforelle in unseren Gewässern geben. Das Prinzip um den Stör ist genau das gleiche, wie das, wie es mit Lachs und Meerforelle vor mehr als 30 Jahren begann.

Da könnte man sich auch die Frage stellen, warum hat man seinerzeit nicht mit dem Stör begonnen und Lachs und Meerforelle links liegen lassen? Dann wären die Fische heute dort, wo sich gerade der Stör befindet. Selbst das Verhalten der Salmoniden und des Störs sind gleich. Beide Fischarten werden im Süßwasser geboren, wandern wieder in die Nordsee und kehren erst zum Laichen wieder zurück.

Ist vielleicht ein wenig provokant aber ich denke diese Gelder verschwinden mit dem Stör für immer in der Nordsee.


Genau das gleiche haben früher die Kritiker von Lachs und Meerforelle zu bedenken gegeben, da wusste auch noch niemand, ob die je wieder zum Laichen zurückkehren.

Schade würde ich es finden wenn hier Gelder verschleudert werden und anderweitig die Finanzspritze gestrichen wird. Siehe Lachsprogramm


Auch das hat nicht im Geringsten etwas mit dem Stör zu tun, denn der Stör wird nicht aus Geldern der Fischereiabgabe bezahlt, wie z.B. Lachs und Meerforelle, insofern gibt es da keine finaziele konkurrenz. Die Gesellschaft zur Rettung des Störs lebt eher von ihren Mitgliedsbeiträgen und diversen Spenden, so zumindest meine Information.

Warum spenden eigentlich nicht alle Angler, die Interesse an Lachs und Meerforelle haben ähnlich große Geldbeträge für deren Besatz und den Gewässerausbau, es steht denen doch auch frei eine ähnliche Gesellschaft zu gründen. Also einfach los und ran an die Front, Euer Einsatz ist gefragt: Gründet, sammelt Spenden und treibt das voran.

Wenn man also einmal ganz ehrlich ist, dann könnten alle Störfreunde eine ähnliche Fragestellung aufbauen:

Ich weiss gar nicht ob ich diesen "tollen" Meerforellen und Lachsbesatz so gut finden soll, genauso wie Karpfen-, Hecht-, Weißfisch-, Wels-, Quappen-, Aal-, und sonstwas für einen Besatz........

Da ein Teilbereich der Stör ja nun renaturiert worden ist und weitere Stücke folgen sollen wäre es wohl angebrachter in die Lachsgeschichte zu investieren.


Und genau an solchen Maßnahmen hat die Gesellschaft zur Rettung des Störs auch ein großes Interesse, weil dies auch dem Stör zugute kommt, somit entstehen da Synergieeffekte. :wink:
Gruß Rüdiger
2. Vorsitzender KSV-Steinburg und
2. Vorsitzender
AV Angler Nord e.V.
http://www.anglernord.de/
Benutzeravatar
dorschgreifer
Der mit den Aalen tanzt
 
Beiträge: 3683
Registriert: Fr 21. Jul 2006, 04:42
Wohnort: Dägeling bei Itzehoe


Zurück zu Der Stör ( Acipenser sturio )

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron