Öffnung der Störschleife

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Öffnung der Störschleife

Beitragvon Lampro » Do 8. Sep 2011, 15:00

Wie viele Itzehoer und Bewohner des Kreises Steinburg wissen, wurde in den 70er Jahren das stadtplanerische "Meisterwerk" vollbracht, die Störschleife zuzuschütten und damit das malerisch-historische Stadtbild Itzehoes größtenteils zu zerstören.

Immer wieder hört und hörte man von dem Vorschlag, die Störschleife wiederzubeleben.
Leider konnte dieses Vorhaben bisher nicht realisiert werden. Auch weil es wohl an Engagement und Durchsetzungsvermögen mangelte, bzw. sich zu viele vermeintliche Hürden auf dem Weg dahin befanden.

Wie ich gestern erfahren habe, gibt es nun endlich einen Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, dies durchzusetzen.

Und dieses Mal scheint es wirklich konkreter zu werden. Man darf sich also Hoffnungen machen, dass bald wieder ein Stück Stör durch die Itzehoer Innenstadt fließt und unserem eingeschlafenen Nest das lange vermisste Leben einhaucht.

Weitere Infos hier:

http://www.stoerauf.de/
http://www.facebook.com/pages/St%C3%B6r ... 9418715425

Auch interessant:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/s ... 11409.html

Bild


Das Projekt scheint nach kurzer Zeit schon viele Befürworter zu finden. Und nach gründlicher Kalkulation des Vereins scheint diese Maßnahme sogar realistisch und durchführbar zu sein.

Auch aus dem Blickpunkt eines Anglers ist das ja nicht ganz uninteressant. Die neue Schleife soll nämlich Verbindung zum Tidenstrom erhalten und nicht wie früher einmal als stehender Tümpel vermodern...
Gruß und Petri Heil,
Fynn
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Beitragvon Jochi » Do 8. Sep 2011, 15:27

Vielleicht bin ich ja nur zu blöd...oder habe nicht genau gelesen...oder beides...aber, der ehemalige Verlauf ist doch mittlerweile zugebaut...soll das alles verschwinden? Auch die Adenaueralle/Vor dem Delftor :roll: :?:
Gruß Jochi

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Beitragvon Wulfman » Do 8. Sep 2011, 15:36

Hi Fynn

Hut ab, vor soviel Ergeiz, aber ich glaube nicht, dass so ein Vorhaben, auch wenn es noch so toll geplant wurde, in die Realität umgesetzt werden kann.

Schlicht weg und ergreifend nicht finanzierbar :tutmirleid:

Trotzdem danke für den Link.

Gruß

Wolfgang
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Beitragvon Lampro » Do 8. Sep 2011, 16:35

Jochi hat geschrieben:Vielleicht bin ich ja nur zu blöd...oder habe nicht genau gelesen...oder beides...aber, der ehemalige Verlauf ist doch mittlerweile zugebaut...soll das alles verschwinden? Auch die Adenaueralle/Vor dem Delftor :roll: :?:


Bis auf den von dir genannten Bereich, ist da nichts zugebaut!
Das geht auch deutlich aus dem Konzept hervor:

http://www.stoerauf.de/wp-content/uploa ... er_web.pdf

Was für eine Lösung Sie für die Konrad-Adenauer-Allee haben, frage ich mich allerdings auch!

@Wolfgang:

Die von dir angesprochene Finanzierung wird dort natürlich auch behandelt. Was es kosten wird, kann noch nicht genau gesagt werden. Allerdings gebe es keine KO-Kriterien.
Ich persönlich finde es nicht richtig, so ein Projekt immer gleich mit dieser Begründung abzuwinken.
Man kann viel mit Sponsoren, Investoren, Förderprogrammen usw. bewegen. Das sollte man nicht vergessen.

Ich hoffe, dass es an diesem Punkt nicht scheitern wird.
Zuletzt geändert von Lampro am Do 8. Sep 2011, 16:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Lampro » Do 8. Sep 2011, 16:42

Nochmal zum Thema Platz:

Vielleicht ist die Grafik, die ich eingefügt hab, auch nicht ganz vorteilhaft.
Man denkt schnell, dass der gesamte markierte Bereich den Wasserlauf darstellen soll. Dem ist glaube ich nicht so! :wink:
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Beitragvon dorschgreifer » Fr 9. Sep 2011, 04:33

Ich bin ja grundsätzlich auch immer ein Befürworter von Rückbau...

Denn alles ist besser, als diese toten Entenbadetümpel, die sie da anstelle der Schleife gebaut haben... :?

Aber in diesem Fall halte ich das auch für finaziellen Irrsinn. Es ist wirklich so, dass die Haupverkehrsader in die Stadt komplett verlegt werden müsste, mit neuer Brücke und allem, was dazu gehört.


Dann wissen die, die die alte Störschleife noch kennen, dass diese ständig verschlickt war, das bedeutet also dauerhafte Folgekosten für die Entschlickung und der Modergeruch war auch nicht gerade angenehm...

Heute ist ein neuer Artikel in der Rundschau:

http://www.shz.de/artikel/article//stoe ... 6rschleife

Viele positive Stimmen zur Initiative des Vereins "störauf", aber auch Skepsis
Zurück zur Störschleife - mit diesem Ziel ging der Verein "stör auf" an die Öffentlichkeit. Wir haben Reaktionen in der Stadt gesammelt. Sie sind positiv - mit Einschränkungen.

Elke Krißler (69), Hausfrau aus Lägerdorf: "Das wäre schon schön, auch vom Optischen. Ich find das gut, fast wie in den 70-ern."

Ulrike Schanko (55), Direktorin im theater itzehoe: "Ich finde, es wäre als Aufwertung des Theater-Umfelds eine absolute Bereicherung. Ich fände es schön, wenn Wellen um dieses Haus plätschern. Im übertragenen Sinne fände ich es aber nicht so schön, wenn die Wellen um dieses Haus zu hoch schlagen."

Peter Holm (77), Rentner aus Itzehoe: "Nein, die Störschleife sollte nicht wieder geöffnet werden, denn der Bereich ist bebaut und geordnet. Ich kann mir das nicht vorstellen."

Helmut Seifert (50), Vorsitzender von "Wir für Itzehoe": "Es mag damals 1000 gute Gründe gegeben haben, die Störschleife zuzuschütten. Aber man hat der Stadt die Seele genommen, das ist heute noch mit Händen in der Stadt zu greifen. Ich unterstütze die Initiative auf jeden Fall."

Friedel Anderson (56), Künstler aus Itzehoe: "Ich habe eigentlich schon lange darauf gewartet. Man wünscht sich das im Prinzip, seitdem das Unheil angerichtet worden ist. Die Seele der Stadt, das Reizvolle, ist weg. Der Fluss ist da, aber man wuchert mit dem Pfund nicht so richtig. Wenn es hilft, würde ich dem Verein beitreten."

Renate Radden (70) Rentnerin aus Münsterdorf: "Es wäre interessant und gut. Aber wer soll diese Anlagen pflegen? Jetzt, so wie es ist, finde ich es hässlich. Außerdem ist die Stadt pleite. Wer soll die Folgekosten zahlen?"

Torsten Bunck (35), Kaufmann aus Oelixdorf: "Die Störschleife wiederherzustellen, wäre schön, muss aber nicht sein, wegen des Geldes."

Regina Paulsen (41), kaufmännische Angestellte aus Wilster: "Das wäre touristisch interessant und würde sicher einkaufswillige Leute anziehen."

Jutta Hofmann (44), Angestellte aus Itzehoe: "Ich bedauere die damalige Zuschüttung der Störschleife. Deshalb würde ich eine Neueröffnung gut finden, aber angesichts der Schulden wäre es wahrscheinlich zu teuer."

Klaus Pepperkorn (48), Garten- und Landschaftsbauer aus Itzehoe: "Hier in der Umgebung leben viele ältere Leute. Für diese wären die Bauarbeiten eine Belastung. Auch würden während der Bauarbeiten Umwege entstehen."

Karin Wulf, Angestellte aus Moordiek: "Ich kenne die Störschleife nicht von früher, aber in anderen Städten schaut es toll aus und ist traditionell. Ich höre von vielen Leuten, wie schade es sei, dass die Störschleife zugeschüttet wurde. Ich kann mir vorstellen, wie toll es sein würde. Itzehoe wäre belebter, und die Luft wäre besser. Man hätte erst gar nicht in die Natur eingreifen dürfen."

Grete Wächter (85) Rentnerin aus Itzehoe: "Ich habe mich damals schon geärgert, dass die Störschleife weg gemacht wurde. Itzehoe ist nichts mehr!"

Karin Kind, aus Schenefeld: "Ich bin oft und gerne in Itzehoe. Auch deswegen bin ich dafür, dass der ursprüngliche Zustand der Stör wiederhergestellt wird. Die ursprüngliche Störschleife würde doch wirklich gut zu dieser schönen Stadt passen - besonders viele ältere Menschen würden sich mit Sicherheit über eine neue alte Störschleife freuen. Hoffentlich klappt´s."
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Beitragvon Lampro » Fr 9. Sep 2011, 08:04

Danke für den Artikel!

dorschgreifer hat geschrieben:Dann wissen die, die die alte Störschleife noch kennen, dass diese ständig verschlickt war, das bedeutet also dauerhafte Folgekosten für die Entschlickung und der Modergeruch war auch nicht gerade angenehm...


Das lag ja daran, dass die alte Störschleife keine Verbindung mehr zum Tidenstrom hatte und ein stehendes Gewässer war.

In den aktuellen Planungen ist ja vorgesehen, direkten Anschluss zum Fluss herzustellen, damit das Problem nicht wieder auftritt.
Gruß und Petri Heil,
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Beitragvon Carp4Fun » Fr 9. Sep 2011, 11:13

Danke für die Links, Fynn! Option auf Streetfishing in der Itzehoer Innenstadt? Hört sich auf jeden Fall spannend an! :daumenhoch:
Und der eigentliche finanzielle Irrsinn hat doch schon vor fast 'nem halben Jahrhundert stattgefunden... :wink:
Gruß
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Beitragvon dorschgreifer » Mo 12. Sep 2011, 05:00

Lampro hat geschrieben:Das lag ja daran, dass die alte Störschleife keine Verbindung mehr zum Tidenstrom hatte und ein stehendes Gewässer war.


Nöö, die war nicht abgeschottet und war den vollen Gezeiten ausgesetzt, da habe ich selbst noch drin geangelt. Waren sehr viele Wolhandkrabben drin und auch viele Reusensteller, von denen man die Wolhnadkrabben für 5 Pfennig das Stück kaufen konnte. :wink:
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Beitragvon Barsch » Sa 17. Sep 2011, 10:42

Ich kenne die ürsprüngliche Störschleife auch noch und die Schleife wurde ca 1970 erst am Deltor mit 2 Dämmen abgeschottet, so das die Schleife zwar vor Hochwasser geschützt war, aber zur stehenden Kloake verkam und ein Schandfleck Itzehoes wurde.
Wenn man bedenkt, dass 1975 das Störsperrwerk in Betrieb genommen wurde, ein städteplanerischer Irrsinn.

Ich glaube kaum, dass der ürsprüngliche Charakter künstlich wieder hergestellt werden kann, geschweige denn, ein mögliches Angelgewässer daraus entstehen würde.

Und in einer Stadt wie Itzehoe, die noch nicht mal bis zum heutigen Tag die Mittel für die Sanierung der Straßenschäden des letzten Winters oder den winterlichen Streudienst aufbringen bzw. gewährleisten kann, halte ich diese Planungen für reine Träumerei.
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