C&R

Hier alles rein, was sonst nirgendwo reinpasst.

Moderator: Stör-Angler

Beitragvon dat_geit » So 14. Feb 2010, 04:38

Tut mir leid, wenn einige es immer wieder persönlich nehmen und sich von mir angegriffen fühlen.

Da es hier unmöglich ist sich ständig den Gegenfragen zu stellen mache ich einen Vorschlag.

Die hier aktivsten Teilnehmer treffen sich in gemütlicher Atmosphäre und diskutieren mal Auge in Auge dieses Thema und dann wird einiges vielleicht verständlicher, was zwischen den Zeilen verloren geht.

Dann kann ich euch schnell und umfassend alle Fragen beantworten.
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Beitragvon loopcaster » So 14. Feb 2010, 09:33

dat_geit hat geschrieben:
loopcaster hat geschrieben:Andi:
leben und leben lassen und alles auf sachlicher Basis,
ab und zu sind eben nicht alle einer (Deiner) Meinung


ML


Willst du mir eine unsachliche Basis auf den ganzen Seiten hier vorwerfen?



Nein!

Ich finde nur diesen Post:
dat_geit hat folgendes geschrieben:

Dann ist mir auch klar, warum du das Thema gestartet hast.
Weil du einer von den Unbelehrbaren bist, der sich dafür Absolution erhofft.


Unpassend und im Ton vergriffen!

Warum wird ein User der eine Meinung hat und zu dieser auch steht so "angefahren"?

und
Tut mir leid, wenn einige es immer wieder persönlich nehmen und sich von mir angegriffen fühlen.


bei der Schreibweise find ich es nicht verwunderlich.

Gruß
ML
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Beitragvon dat_geit » So 14. Feb 2010, 10:24

Hägar hat geschrieben:Hallo,
Und ja, ich nehme das Leiden von Fischen in kauf um meinen Hobby nachzugehen, ganz klar! Das war mir auch immer bewusst!
Aber? Wer von uns tut das nicht?
Gruß Thomas


Mit dieser Aussage hat er ganz klar festgestellt, dass er die Kreatur lediglich schonend zurück setzt um ihren Bestand zu schonen, nicht aber sich mit den Belangen der Kreatur selber auseinander zu setzen.

Ist das ein sachliche Basis oder die Verarbeitung von hier vorgebrachten Argumenten oder gar die Refelektion von Studien?

Dir und einigen wenigen ist es anscheinend egal, was man an Studien vorlegt, so lange ihr euch bei eurem Hobby nicht einschränken müßt.

Da ich hier dargestellt habe, wie ich den Gradwandel hinbekomme und einige andere sich auch in dieser Frage bewegten, ging es ihm lediglich darum Argumente zu finden (in Bezug auf den Bestand) um C&R zu rechtfertigen.

Auch untescheiden wir hier nicht nach der Definition des VdSF sondern erfinden ständig eigene.

Nochmals!
Eine selektive Entnahme ist nach der derzeit geltenden Rechtssituation und auch den Vorgaben der Verbände rechtlich und ethisch abgedeckt.

C&R nach der Definition des VdSF, und da tut es mir leid wenn Plattfisch meint der große Bruder würde die Definition des kleinen Bruders bei einer Fusion übernehmen...., ist rechtlich und ethisch nicht vereinbar mit den Grundsätzen des Tierschutzes.

Das konntet ihr hier doch schwarz auf weiß lesen oder soll ich das nochmals einstellen?

Interessant ist allerdings, dass ich persönlich immer nur von strikten C&R Befürwortern angegriffen werde, die dann auch gerne mal vergessen, dass ich die Linie des Verbandes vertrete und dieses als Lehrbeauftragter wohl auch tun sollte und aus innerster Überzeugung so mache.

Eure Grundlage auf die ihr euch beruft konnte ich aus einer Anzahl von Annahmen, Vermutungen und Unterstellungen bisher noch nicht entnehmen.

Da argumentiert jemand für den Widerhaken, weil er Fische, die er eh zurücksetzen will, nicht auch noch vor dem Kescher verlieren möchte..........Puh......was soll ich darauf antworten, wenn ers sich noch auf den gesunden Menschenverstand beziehen möchte

Das ist doch ein Statement ehrlicher, wo jemand sagt, ich fsiche mit Widerhaken, weil ich heute was für die Küche entnehmen will oder im Umkehrschluß heute ohne weil ich nicht sicher bin, ob da was passendes für die Pfanne heraus springt.

Ihr verdammt die Kochtopfangler mit ihrer Entnahme und stellt es so dar, dass ihr die besseren Wächter der Natur seid, weil er gönnerhaft wieder hinein werft.

Die Schwarzmalerei mit vernichteten Beständen kommt auch meist nur aus dem Lager der Spezialisten, die um ihre Grundlage fürchten, weil sie nicht bereit sind breiter den Sport auszuüben.

Über den Kollegen und seinen Forellenteich würdeich gerne noch länger ausführend etwas sagen, weil ich gerade im letzten Jahr mit Spezialisten, die diplomierte Fischwirte sind und nachhaltige Zucht von Salmoniden sich zur Aufgabe gemacht haben, mich länger über dieses Thema auseinander setzen durfte. Die kommen zu erschreckend anderen Ergebnissen und beliefern nur Anlagen, die das Zurücksetzen von Fischen verbieten. Die Zuchtanlage kann ich gerne per PN nennen und vielliecht können wir dort mal zusammen hinfahren. Liegt allerdings im Harz.


Nochmals mit Quelle

Es ist nicht fischwaidgerecht, Fische allein aus Freude am Drill zu fangen. Das gilt erst recht für das Fangen von Fischen, um diese anschließend zurückzusetzen (catch and release). Mit dem Fang muss die sinnvolle Verwertung der Fische verbunden sein.
Der gefangene Fisch ist zu bestimmen, zu messen und wenn er maßig ist und keine Artenschonbestimmung besteht, zu betäuben, zu töten und schließlich abzuködern. Untermaßige oder einer Schonbestimmung unterliegende Fische sind vorsichtig zurückzusetzen.

Das ganze habe ich nicht erfunden sondern gilt als Richtlinie für alle VdSF Mitglieder

siehe http://www.vdsf.de/fischerei/schutz.html
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Beitragvon fishing bear » So 14. Feb 2010, 11:10

Das ist denn ja auch unsinnig gell :?

Untermaßige oder einer Schonbestimmung unterliegende Fische sind vorsichtig zurückzusetzen

Aber im ernst Andi jetzt bin ich raus. Hoffe das es nicht zu persönlichen Problemen führt, aber ich kann dir absolut nicht mehr folgen.

Im sportlichen Sinne

chrischi
Hauptsache in ruhe angeln!
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Beitragvon dat_geit » So 14. Feb 2010, 11:14

Du mußt auch nicht mir folgen sondern deinem Verband.

und noch einmal ganz einfach auf den Punkt gebracht.

Du hast eine Erlaubnis Wirbeltiere zu fangen und diese auch sinnvoll zu verwerten. Derzeit sieht die Abwägung mit dem Tieschutzgesetz vor, dass du dieses allerdings nur tun darfst wenn du bestimmte Auflagen einhälst.

Du sollst unnötiges Leider vermeiden, und dort wo du gern einen Fisch zum Verzehr fangen möchtest sollst du das Leiden möglichst kurz halten und danach das Tier töten.

Allerdings gibt es geschützte Arten und auch Mindestmaße und Schonzeiten.
Daraus ergibt sich das Recht, solche Fische zurück zu setzen.

Ausserdem klagt dich derzeit niemand an, wenn du während des Angelvorganges entscheidest, dass der Fisch, den du gerade gefangen hast nicht einer für dich sinnvollen Verwendung zuzuführen ist.

Das gesteht man dir zu, weil du trotz sorgfältiger Auswahl von Methode und Greät, sowie Platz und etc. nicht immer vermeiden kannst, einen Fisch zu erangeln, der für dich nicht verwendbar ist.

Du bekommst also wirklich ne Menge Spielraum.

Nur wenn du dir gar keinen Fisch aneigenen willst versteht weder das Gesetz noch die Mehrheit in diesem Lande, warum dann ein Tier Schaden nehmen muß, weil dau daran Freude empfindest.

Was ist daran so schwer zu erkennen, ausser dass du es gerne auf die Spitze treiben kannst und die Ausnahmebestimmungen anzweifelst, die dann irgendwann zu einem generellen Verbot der privaten Angelfischerei führen können.

Ausserdem wird das unnötigen Leiden dadurch gemindert, dass man technische und methodische Eingriffe an Gerät und Methoden unternehmen kann, die dann waidgerecht oder besonders waidgerecht empfunden werden.

Wo ist daran etwas nicht zu verstehen??????

Nachtrag.
Fische sind keine rechtlosen Sachen, sondern durch das Gesetz geschützte Kreaturen. Da gestattet man dir diese Kreaturen unter bestimmten Auflagen zum Verzehr zu bejagen.
Wo Rechte allerdings aufgeweicht werden und Kreaturen wie Fische scheinbar zum Ziel von persönlichen Vergnügen werden, gibt es dann auch Anwälte, die diese Kreaturen verteidigen gegen die Auswüchse eine allzu sehr ausufernden Freizeitgesellschaft.
Da ist der Naturgedanke nur noch ein fadenscheiniger Beigeschmack bei vielen Anglern.
Und wo einem das nicht weit genug ist schaut man gerne ins Ausland.
Doch da kommt ihr nicht sehr weit.
Holland und ein bischen Irland, das war es dann in Europa, wenn ihr nicht noch nen Zipfel irgendwo findet der das was ihr wollt gestattet.
Die Anwälte können Teil der Angler sein und operieren danns ehr moderat, wie es der VdSF tut oder auch Personen wie ich mich sehe und dann haben wir eine ganz andere Vertreterschaft, denen wir alle eh ein Dorn im Auge sind und denen ihr mit eueren Gedanken dazu einen Abgesang unseres Hobbys vorbereitet.

Reegeln werde dort aufgestellt wo es etwas zu regeln gibt.
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Beitragvon Hägar » So 14. Feb 2010, 13:33

Huhu,
Angreifen möchte ich hier niemanden!
Andi, deinen Einsatz für Deine Meinung in aller ehren, aber ich kann sie nun mal nicht Teilen und das liegt nicht daran, dass ich ein gedankenloser Mensch bin der sich um die Kreatur keine Gedanken macht.
Ich muss aber einfach feststellen, dass ich auch die Meinung der Verbände nicht ganz teilen kann.
Kann sein das ich den Satz mit Holland und irland nicht ganz verstanden habe. Aber zwingend vorgeschriebene C&R regelungen gibt es in zu ziemlich jedem Land, in dem ich war, oder über das ich Berichte gesehen oder gelesen habe.
Deswegen muss man doch auch mal hinterfragen ob dei deutsche Gesetzgebung zu dem Thema etwas krass ist!
Um so weidgerecht und mit so reinem Gedanken die fischweid zu betreiben, ist die Angelrute eher das falsche Gerät.
Die gefahr untermaßige oder ungewollte Fische zu hacken ist dann zu groß.
Für mich gehört zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Fisch dazu, den Platz zu wechseln wenn zu viel untermaßige Fische am Ort sind, Plätze zu meiden, an denen überwiegend mit gefärbten Wandersalmoniden zu rechnen ist, den Haken der gewünschten Methode anzupassen, tiefes schlucken der Köder zu vermeiden und nicht jeden Fisch der möglich ist zu entnehmen.

Gruß
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Beitragvon Plattfisch » So 14. Feb 2010, 13:39

Das hört sich immer an "deinem Verband folgen"
Ich lese hier nur Verband,große und kleine Brüder...!
Das ist hier wie auf nem Parteitag,wo man Kritik gegen die eigene Patei
gestellt hat!
Wo ist denn Deine Meinung?????????

Ich bin ein normaler Angler in Deutschland der einen Jahresfischereischein hat und unter Einhaltung der gültigen Gesetze zum Angeln geht!
Man fühlt sich hier irgendwie langsam als Geechteter von Dir hingestellt!
Ich bin doch gar kein C&R Anhänger!Ich habe nur nichts gegen Sie!
Egal was man hier für Einwürfe hat,wenn diese sich so wie der Widerhaken
nicht 100% mit Deiner Meinung decken,dann wird man hier "durch die Blume" von Dir angepflaumt!

Zu den übrigen Fragen und Argumenten wie das mit den Jägern,den Rotaugen an der Stör mit Deinen Kindern!
Den Hechten vom Wittensee,oder weiteren Einwürfen äußerst Du Dich einfach nicht mehr!

Deine Ganze Argumentation hinkt!
Erst tun Dir Leute leid ,die bei einem Drill Spannung verspühren!
(Spannung darf ruhig als Freude definiert werden,denn ich guck ja auch spannede Filme zur Freude)
Dann erfreust Du Dich auch lieber an einem Rotauge,als einen nassen Sack von Brassen zu fangen :?: :?: :?:

Selektive Entnahme ist ok?
Die Fische die zurückgesetzt werden wurden(werden) ohne Stress und Haken gefangen,nehme ich an?

Auszug aus Deinem Text:
Der gefangene Fisch ist zu bestimmen, zu messen und wenn er maßig ist und keine Artenschonbestimmung besteht, zu betäuben, zu töten und schließlich abzuködern. Untermaßige oder einer Schonbestimmung unterliegende Fische sind vorsichtig zurückzusetzen.

Vorher lese ich noch was von 6m Tiefe, Gasausgleich ,im Wasser abhaken...usw!
Bestimmen OKay!Aber hast Du schon mal nen Fisch im Wasser gemessen?
Auch das steht also etwas im Widerspruch mit Dir und Deinem Verband!

Leider habe ich auch nicht so viel Zeit mich mit irgendwelchen Studien zu beschäftigen,aber:
http://www.stoer-angler.de/angeln-forum ... c&start=15
Letztes Jahr war ich so zu sagen Live dabei!
Da waren wir alle zum Pilken und ein Biologe des LV war dabei um einen Bericht für eine Studie zusammen zu tragen!
Es ging um die Dorschbestände der Westlichen Ostsee!
Seit 2 Jahren ist in der Westlichen Ostsee kein Dorsch mehr zu fangen gewesen.Das weiß jeder Angler und Fischer!
Doch letztes Jahr der Lichtblick!
Es gab wieder Jungfische und zwar am Sperrgebiet von Schleimünde auf ca 3 Hekter Wasserfläche!
Und wir da natürlich hin :? :(
Der Biologe war ewig nicht auf einem Kutter wie er sagte und nun war er los und es gab Fisch auf Fisch bestimmt 1700 Stück!!!
Knapp 700 konnte er im Eifer des Gefechtes nur erfassen!
NA KLASSE!!!
77 000 Quadratkilometer Ostseewasser ohne Fisch und der Mann hatte den Eindruck man kann die nächsten Jahre übers Wasser laufen,vor lauter Fische!
Ganz toll!
Da weiß ich auch was ich von der Studie halten kann wenn sie öffentlich erscheint!
Ist nur meine Meinung zu Studien!

Gruß Plattfisch!
(der mit dem SM Fetisch beim angeln :lol: )[/u]
Hätte ich den Meterhecht nicht zurückgesetzt,
hättest Du ihn nie gefangen!
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Beitragvon dat_geit » So 14. Feb 2010, 14:12

Hägar hat geschrieben:Huhu,
Angreifen möchte ich hier niemanden!
Andi, deinen Einsatz für Deine Meinung in aller ehren, aber ich kann sie nun mal nicht Teilen und das liegt nicht daran, dass ich ein gedankenloser Mensch bin der sich um die Kreatur keine Gedanken macht.
Ich muss aber einfach feststellen, dass ich auch die Meinung der Verbände nicht ganz teilen kann.
Kann sein das ich den Satz mit Holland und irland nicht ganz verstanden habe. Aber zwingend vorgeschriebene C&R regelungen gibt es in zu ziemlich jedem Land, in dem ich war, oder über das ich Berichte gesehen oder gelesen habe.
Deswegen muss man doch auch mal hinterfragen ob dei deutsche Gesetzgebung zu dem Thema etwas krass ist!
Um so weidgerecht und mit so reinem Gedanken die fischweid zu betreiben, ist die Angelrute eher das falsche Gerät.
Die gefahr untermaßige oder ungewollte Fische zu hacken ist dann zu groß.
Für mich gehört zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Fisch dazu, den Platz zu wechseln wenn zu viel untermaßige Fische am Ort sind, Plätze zu meiden, an denen überwiegend mit gefärbten Wandersalmoniden zu rechnen ist, den Haken der gewünschten Methode anzupassen, tiefes schlucken der Köder zu vermeiden und nicht jeden Fisch der möglich ist zu entnehmen.

Gruß


Jetzt kommen doch von dir Angaben, die man wirklich als Vorbildlich bezeichnen kann und über die ich mich freue.
Genau diese Einstellung kannst du doch auch hier mit den Jüngeren Teilen.

Ich habe mich über dieses Posting von dir richtig gefreut.
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Beitragvon Carp4Fun » So 14. Feb 2010, 14:28

Oha,

hier ist ja gut was los. Ich glaub, wir machen uns das grad unnötig schwer und ich bin fest davon überzeugt, dass wir hier alle längst nicht so meilenweit voneinander entfernt sind, wie es in Andys Postings den Anschein hat. Grundsätzlich finde ich zwar gut, dass hier auch der Gegenpart der Debatte vehement vertreten wird, denn sonst hätten wir wohl ein recht einseitiges Fazit. Aber man kennt sich doch inzwischen gut genug, um zu wissen, dass auch Andy verwertbaren Fischen durchaus des Öfteren die Freiheit schenkt und Thomas hingegen hat gleich zu Anfang schon klarzustellen versucht, dass er auch oft genug Fische entnimmt, wenn ihm danach ist und er es für richtig hält. Dass jetzt im Einzelnen auf die moralische Goldwaage legen zu wollen, kommt mir fast schon etwas haarspalterisch vor. Aber wie gesagt, vielleicht kommt das geschriebene Wort auch nicht so richtig rüber. Ich wär jedenfalls stark dafür, die persönliche Ebene mal lieber wieder außen vor zu lassen –bringt doch eh niemanden weiter...

Hägar hat geschrieben:Und ja, ich nehme das Leiden von Fischen in kauf um meinen Hobby nachzugehen, ganz klar!


Ich finde die Aussage überhaupt nicht schlimm, solange man sie nicht fehlinterpretiert! Im Prinzip hab ich ein paar Postings zurück sogar einen inhaltlich identischen Satz rausgehauen, der allerdings ziemlich kritiklos aufgenommen wurde. Zur Wiederholung: Auch ich bin mir der ausweglosen Situation bewusst, dass wir unser Hobby nicht ausüben könnten, ohne Leid und ggf. Schmerz auf Kosten unterlegener Kreaturen in Kauf zu nehmen. Aber: Ich glaube, damit muss man als Mensch einfach größtenteils klar kommen, sofern man nicht in außerordentlichem Maße darum bemüht ist, sich im Verzicht zu üben. Wer das nicht kann, setzt sich früher oder später halt mit Schlagworten wie Speziesismus, Veganismus etc. auseinander. Eine omnivore Lebensweise, wie sie uns in die Wiege gelegt sowie anerzogen wurde, findet nun mal nicht ohne Leid für andere Lebewesen statt und ganz vermeiden lässt es sich natürlich ohnehin nicht. Gut, anderes Thema...

Ich sage mir: Der durchschnittliche Schleswig-Holsteiner verzehrt nicht einmal 15 kg Fisch pro Jahr. Bei mir selbst hab ich das noch nicht abgewogen, aber so weit darüber liege ich wohl auch nicht. Ganz pragmatisch gesehen, bleibt mir nun als Angler die Wahl, ob ich mir meinen Fischbedarf weitestgehend selbst fange, oder ob das lieber die Fischindustrie für mich übernehmen sollte. Eine Aufbilanzierung in Punkto Leidvermeidung dürfte wohl unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass mein ökologischer Fußabdruck als Selbstfänger ungleich kleiner und obendrein gesünder wäre. Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Möglichkeit des Zurücksetzens auch maßiger Fische! Davon will ich zumindest überzeugt sein, solange mir niemand das Gegenteil belegen kann und gleichzeitig ist das ein wichtiger Teil meiner persönlichen Rechtfertigung für das gewisse Maß an Leid und den Schaden, den ich der Kreatur und der Natur nun mal ohne jeden Zweifel zufüge.

Davon ab, sind wir als Angler zwar ohne Zweifel als privilegierte Naturnutzer zu betrachten und dürfen aufgrund unserer erworbenen Sachkenntnis gerechtfertigterweise in einem stärkeren Maße eingreifen (aber eben auch hegen und pflegen) als der Durchschnittsnaturnutzer. Aber wenn schon von Dingen wie bspw. einem generellen Angelverbot die Rede ist, sollte man eben auch nicht vergessen, dass die Erhaltung der Nutzungsfähigkeit hierzulande ebenfalls einen zentralen Bestandteil des Naturschutzgedankens darstellt. Und das sogar gesetzlich verankert, kann jeder nachlesen! Die gesellschaftliche Stellung unseres Hobbys kritisch zu hinterfragen, ist bestimmt nicht verkehrt. Aber von Schwarzmalereien wie einem drohenden Totalverbot seh ich uns noch ein gutes Stück entfernt. Wer halbwegs genauer hinsieht, bemerkt auch schnell die vielen positiven Effekte unserer Leidenschaft und sieht die Angelei nicht nur als bloße Nutzung, die verboten gehört. Vieles wendet sich wohl derzeit eher zum Besseren und die kontroversen Gedanken zu C&R sind nur eine einzelne Facette des Ganzen, aber kein allgemeiner Maßstab. Ich fürchte fast, wir behandeln das Thema viel wichtiger und emotionaler als es im Grunde genommen sein könnte. :wink:

Sorry, ist schon wieder so ein Roman geworden... :roll:
Gruß
Sascha
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Beitragvon dat_geit » So 14. Feb 2010, 15:11

Nö, das war kein Roman, sondern eine Quintessenz unserer bisherigen Ausführungen und für mich ein würdiges Schlußwort, dem ich mich nicht nur unterwerfe sondern mit Hochachtung anschließen möchte, damit wir uns bald wieder auf das Angeln konzentrieren können.

Danke dafür Sascha und ich habe nun fertig und werde dem Kollegen, der gern noch von mir die ein oder andere Antwort erwartet, das in einem persönlichen Gespräch erläutern, wo wir dann einfach besser die Dinge klar stellen können.

Tausend Dank nach Kellinghusen und Peace Freunde
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