Probleme bei der Fortpflanzung von Karpfen

Alles rund um Gewässerbiologie, dessen Gleichgewicht und Verschmutzung.

Probleme bei der Fortpflanzung von Karpfen

Beitragvon Sven1984 » So 6. Apr 2008, 08:04

Hallo

Bei uns im Bockwischer Moor kann mann das Laichspiel der Karpfen auch immer sehr genau beobachten.
Aber Nachwuchs gibt es dort auch nicht obwohl das Moor auch sehr flach ist und sich das Wasser schnell erwärmt.
Mir hat mal jemand erzählt das frisch geschlüpfte Karpfen ein spezielles plankton benötigen welches sich bei uns im Moor nicht bildet.
Somit schlüpfen die kleinen Karpfen zwar, aber sterben schon in den ersten Tagen.


MFG Sven
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Beitragvon Stör-Angler » So 6. Apr 2008, 10:44

Mir hat mal jemand erzählt das frisch geschlüpfte Karpfen ein spezielles plankton benötigen welches sich bei uns im Moor nicht bildet.


Die Fischbrut ernährt zuerst normalerweise sich von Rädertierchen .
Diese kommen allerdings in jedem Gewässer vor und sind sehr widerstandsfähig und damit in der Regel zahlreich vorhanden - daran sollte es eigentlich nicht liegen.
Gruss
Tino
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Beitragvon Sven1984 » So 6. Apr 2008, 18:00

Hallo Tino

Nene es ging da um irgend ein Plankton nicht um die normalen Einzeller.
Und bei uns im Moor soll sich dieses Plankton aus irgendwelchen Gründen nicht bilden und damit ist dort jede chance auf vermehrung dahin.

MFG Sven
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Beitragvon Carp4Fun » So 6. Apr 2008, 20:27

Also enorm bedeutend ist vor allem auch die Größe des Nahrungsaufkommens und problematisch zudem das Auftreten räuberischer Organismen. In Teichwirtschaften werden die Vorstreckteiche für die Brut bspw. frühestens 4 Tage vor dem Besatz bespannt (mit Wasser gefüllt), um ein passendes Nahrungsaufkommen zu gewährleisten. Gleichzeitig wird versucht, das Aufkommen räuberischen Zooplanktons zu unterdrücken. Was die Lütten so fressen, hab ich eben mal rausgesucht:

Karpfen < 2 cm: Einzeller, Rotatorien (Rädertierchen) und sehr kleine Crustaceaen (Krebstiere)

Karpfen 2 - 15 cm: fast identisch, vor allem Mikrocrustaceaen

Karpfen 15 - 40 cm: Mikrocrustaceaen, Gastropoden (Schnecken), Ostracoden (Muschelkrebse), Amphipoden (Flohkrebse), Insektenlarven, Detritus

Noch Genaueres könnte man dann noch der Tabelle entnehmen:
Bild

Das Fehlen der benötigten kleinen Planktonvertreter in ausreichender Menge könnte ich mir z.B. in Fällen vorstellen, wo der Fraßdruck durch größere Zooplankter sehr hoch ist, die den kleinen Kärpfchen dann einfach ihre Nahrung weg mampfen. Spinnt man die Kette jetzt weiter, könnte das z.B. ein Gewässer sein, wo es (genügend Raubfische und) relativ wenige Weißfische, dafür aber wiederum räuberische Zooplankter in großen Mengen gibt. Ist aber alles eher Spekulation, denn in der Realität sehen die Nahrungsbeziehungen noch um einiges komplizierter aus... :schulterzuck: Wie das für hiesige Gewässer im Einzelnen aussieht, würd mich auch mal interessieren.

Dass sich die Karpfen in unseren Breiten ohne menschliches Dazutun nur selten erfolgreich fortpflanzen können, ist am Ende wohl einfach ein Zusammenspiel verschiedener Ursachen wie Temperatur, mangelnde Laichhabitate, unzureichendes Nahrungsaufkommen, Fraßdruck durch andere Organismen usw. ...

@Tino:
Würd sonst vorschlagen, diesen Abschnitt mal abzutrennen und 'nen eigenen Thread daraus zu machen. Vielleicht kommen da von Zeit zu Zeit immer mal 'n paar Infos zu oder vielleicht schafft es ja sogar mal jemand, das Laichschauspiel der Karpfen auf Bild festzuhalten. Hätte ja mal was! :wink:
Gruß
Sascha
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Beitragvon Stör-Angler » Mo 7. Apr 2008, 05:42

Würd sonst vorschlagen, diesen Abschnitt mal abzutrennen und 'nen eigenen Thread daraus zu machen.

Ich halte das Thema auch für sehr interessant ...

Die Theorie von den grösseren Zoooplankten ist m.E. etwas wackelig, da sich das Gleichgewicht normalerweise selbst reguliert.Sprich wenn kleine Planerien zu wenig werden dann wirkt sich das auch negativ auf die Vermehrung übergeordneten Organismen in der Nahrungskette aus . Hab gestern mal ne ganze Weile das Internet nach Infos abgegrast, aber zu diesem speziellen Karpfenproblem konnt ich keine weiteren Hinweise finden....

oder vielleicht schafft es ja sogar mal jemand, das Laichschauspiel der Karpfen auf Bild festzuhalten. Hätte ja mal was!

Noch besser wären Videos - vielleicht kommen mir ja bei Gelegenheit ein paar vor die Linse.
Gruss
Tino
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Beitragvon Lampro » Mo 7. Apr 2008, 16:00

Stör-Angler hat geschrieben:Noch besser wären Videos - vielleicht kommen mir ja bei Gelegenheit ein paar vor die Linse.


Bei meinen Großeltern im See geht das jedes Jahr gut ab, wenn die Karpfen am laichen sind. Die ballern dann nur so durch Schilf/am Ufer.
Wenn ich zur richtigen Zeit zufällig da bin, könnte das gut was werden!
Gruß und Petri Heil,
Fynn
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Karpfennachwuchs

Beitragvon Künstler » Di 8. Apr 2008, 15:40

Noch ein paar Gedanken......
1.) Der Karpfenlaich , braucht im Gegensatz zu seinen Erzeugern sehr viel Sauerstoff !
Das würde ich prüfen . Firma Merk (Chemie Bedarf) bietet da Einiges .

2.)Die frischgelegten Eier brauchen Konstante Temperaturen . so zwischen 13 bis 30 Grad !
Laichen die Karpfen zu früh bekommen die Embrionen die Eismänner im Mai zu spüren und sterben .
Bei Dauertemperaturen von 10 Grad Gibt es kein Überleben . Das gilt auch für Temperaturen über 32 Grad!

3.)Die frischgeschlüpften Larfen brauchen Wasserpflanzen die bis an die Oberfläche reichen . Nach dem Schlüpfen müssen die Larfen an Pflanzen zur Wasseroberfläche klättern und Luft schlucken damit sich ihre Schwimmblase mit Luft füllt !

4.)Da der Teich ein Moorteich ist (ich vermute braunes Wasse ?) ist er nicht besonders Nährstoffhaltig . Was das Geschwebe (Kleinstlebewesen wie schon von Anderen Störern erwähnt) veringert . Dem kann man entgegen wirken in dem man kleine Misthaufen an den Teichrändern einbringt . Die Misthaufen unterstützen die Bildung von Kleinstlebewesen . Die Haufen sollten im Frühjahr eingebracht werden . Aber Vorsicht !!!!! Weniger ist mehr .

Ansonsten gibt es noch Parameter wie Eisenkonzentration , PH Wert ,Nitrat und Nitrit , Phosphor und andere Stickoxide (Landwirtschaft). Aber da muß man halt einmal prüfen .
Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen und bin gespannt auf die nächsten Berichte .
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