Kormoran vs. Angler

Alles rund um Gewässerbiologie, dessen Gleichgewicht und Verschmutzung.

Beitragvon Stör-Angler » Sa 24. Mär 2007, 00:09

Ach da hab ich aber noch so einiges zum Aufregen von der Webseite NABU Schleswig Holstein.

So behauptet die NABU :
1)Es werden in einzelnen Modellen unrealistisch hohe Fraßmengen pro Kormoran und Tag angegeben, die wohl nur unter extremsten Bedingungen zustande kommen und niemals für den Gesamtbestand charakteristisch sein können.

Mein Kommentar :Mag sein das einzelne Modelle möglicherweise "frisiert" wurden - dennoch sollte die NABU realistisch sein und nicht auf einzelne Beispiele verweisen dessen Zahlen nicht stimmen könnten.Dies ist einfach eine schlechte Argumentation . Denn wenn Sie etwas als unrealistisch bezeichnen , sollten Sie selbst realistische Zahlen vorlegen können. Allerdings finden sich lediglich Hinweise darauf abzielen die Glaubwürdigkeit der Argumentation seitens des MLUR herabzusetzen.Zahlen zur Basisargumentation sind auch nur Schätzwerte

2)In der Darstellung werden Fische als Beute des Kormorans eingestellt, deren kommerzielle Verwertung auf Grund der geringen, vom Kormoran bevorzugten Größen unrealistisch ist: Kein Fischer erzielt Erlöse etwa für kleine Aale weit unterhalb der Verkaufsgrößenschwelle, der jedoch von Kormoranen bevorzugt gefressenen Größenklasse

Mein Kommentar : Auch wenn der Vogel untermaßige Fische frisst - das sind die Elternfisch von morgen. Nicht umsonst wurden uns Anglern (sehr sinnvolle) Schonmaße auferlegt um den Fischbestand zu schützen - hier wird es als Argument genutzt - eine Doppelmoral.

3)Nicht jeder vom Kormoran erbeutete Fisch wäre auch den Fischern ins Netz gegangen: Diese Fische können vor dem Fang selbst durch Krankheiten ausfallen, dem gegenseitigen Konkurrenzdruck zum Opfer fallen oder anderen Fischfressern als Nahrung dienen, ggf. auch abgewandert sein.

Mein Kommentar : Komisches Argument ... soll heissen das der Fisch so oder so gestorben wäre - ergo kann ihn dann ja ruhig der Kormoran fressen. Und überhaupt : Frisst der Kormoran denn hauptsächlich kranke Fische ?!? Ich denke das ist dem ziemlich Schietegol...

4)Die In-Wert-Setzung von großen Mengen an Klein- und Weißfischen als "Satzfische", die in der Regel in den meisten Gewässern in großer Menge vorkommen, deren Besatz in andere Gewässer aber wegen der schnellen Zuwanderung nur ausnahmsweise praktiziert wird, deren Aussetzen aus fischereibiologischer Sicht daher unsinnig und zudem nur in Ausnahmesituationen wie einem massiven Fischsterben erlaubt ist, ist unseriös.

Mein Kommentar : Soso , Besatzmassnahmen sind also unsinnig ? Ich hoffe alle die Arbeit,Geld und Zeit in die Fischhege stecken lesen dies ,damit Sie wissen das Ihr tunin den Augen der NABU nicht nur unsinnig sondern auch unseriös ist wenn Ihr deren Wert und den baren Verlust durch den Kormoran beziffert.

5)Wer zudem Rechnungen über Schäden aufstellt, muss auch Nutzenrechnungen aufmachen: Der Kormoran erbeutet vielfach Fische, deren Beseitigung von der Fischereibiologie angeraten wird und arbeitsintensiv ist und für deren Entnahme den Fischern an anderen Orten vom Land sogar Prämien gezahlt werden. Der Kormoran trägt durch die Beseitigung des von Fischern salopp als "Fischunkraut" bezeichneten Bestandes zur Verbesserung der Gewässerqualität bei.

Mein Kommentar : Ach , und es gibt nicht genug Fischarten die dies auch selbst erledigen können ? Woher weiss der Kormoran eigentlich welche Fische zur Beseitigung durch die Fischereibiologie angeraten werden ?

Quellenverweis : NABU Schleswig-Holstein -> Artenschutz -> Kormoran

Besonders nachdenklich stimmt mich das der Kormoran auf dort in einem Atemzug mit wirklich bedrohten Arten wie Fisch- und Seeadler , Fischotter oder Eisvogel genannt werden.

Populationen :
Kormoran : 23.000 Brutpaare in Deutschland -> 450.000 in Westeuropa
Seeadler : 531 Brutpaare in Deutschland
Fischadler : ~400 Brutpaare
Eisvogel : 4500-7500 Brutpaare
Fischotter : keine Zahlen gefunden , dafür einen Rezeptvorschlag auf den Webseiten der NABU -> Ich nehme an damit wollten Sie wohl lustig sein...

Ebenfalls ein richtig Klasse Text der NABU-Seite :
Substanzlos: Schäden bei Lachs und Meerforelle
Weil die vom Landwirtschaftsminister postulierten umfangreichen wirtschaftlichen Schäden des Kormorans durch den NABU widerlegt wurden, unterstellt er neuerdings Einwirkungen des Kormorans auf Bestände von Meerforellen und Lachsen. Beide Arten waren jedoch bereits vor dem erneuten Erscheinen des Kormorans zum Ende des 19. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein äußerst selten. Die Bestände stiegen zudem später parallel wieder an. Meerforelle und Lachs sind heute vor allem durch den fehlenden renaturierten Lebensraum und den Gewässerverbau immer noch bedroht.

Mein Kommentar : Da beschlagen mir die Brillengläser ! Weil die beiden Fischarten sowieso selten in unseren Gewässern vorkommen ist ein Schaden durch den Kormoran ausgeschlossen ?!?!?!? Und was ist mit den Bemühungen der Vereine durch Besatzfisch ? Achja, das hatten wir ja schon unter Punkt 4)> > Besatzmassnahmen sind ja unsinnig und die Arbeit , Zeit und Geld der Vereine sind unseriös ( oder wars nur das Erwähnen des baren Wertes dieser Bemühungen die m.E. eigentlich unbezahlbar sind ? )



Dummerweise scheinen sich die Knaben des MLUR (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) beim argumentieren auch nicht besonders geschickt anzustellen :( ...Politiker halt...

Übrigends hab ich nicht Spitzbekommen wofür das Kürzel NABU eigentlich steht :shock: Naturschutz-Bund ?

Allerdings sollte man nicht ausser acht lassen das solche Institutionen natürlich auch sinnvolle und wichtige Aktivitäten in Ihrem Tagesprozedere haben.

Dumme Schnacks zum Schluss - also bitte nicht sso ernst nehmen:
Ich würde jetzt schon Geld drauf wetten , das wir Angler verantwortlich gemacht werden wenn die Aalpopulation einbricht.

Man sollte der NABU mal nen Hühnerstall vor die Tür stellen , nen Fuchs reinstecken und sagen : " So Jungs - nun zeigt mal wie Ihr beide Arten schützt"

Vielleicht schaffen wir es dem Kormoran beizubringen Wollhadkrabben zu fressen und den Krabben das Vogelfleich zuträglich zu machen - wäre optimal :)

Achja und : Hoffentlich findet sich mal ein Kormoran am Gartenteich dieser Leute ein und verschlingt mal ein paar schöne Kois
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Nachtrag : Wenn NABU das Kürzel für Naturschutz-Bund ist - ersetzt "die NABU" im vorhergehenden Text durch "den NABU" :)
Gruss
Tino
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Beitragvon thor » Sa 24. Mär 2007, 09:43

Leidiges Thema. Ich weiss nicht, wieso es immer wieder Gestallten gibt, die sich für Ansiedlung nicht heimischer Arten stark machen - es gibt unzählige andere Beispiele, nicht nur den Komoran. Geht deren Verstand nicht übers Visuelle hinaus, leiden sie gar am "Bambi-Syndrom"? :roll:
Mir scheint jedenfals, dass sich einige Leute über die Komplexität eines Biotops nicht im Klaren sind.
Ich sah mal einen Bericht zum Thema Komoran - eine Tierschützerin erklärte im Endeffekt nur, wie schön die Tiere doch seien und wie böse ein Mensch sein müsse, nicht ihre Meinung zu Teilen. Am Ende wurde kurz ein etwas unbedarfter Angler zum Thema interviewt und ins lächerliche Gezogen..
Ich fürchte leider, dass wir am Ende den kürzeren ziehen und Initiativen wie NABU mit ihren schockierenden Bildern von böswillig abgeschossenen "possierlichen Tierchen" ihre Lobby stärken können.
Am Ende fliessen alle Dinge ineinander, und aus der Mitte entspringt ein Fluss.
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Beitragvon dat_geit » Sa 24. Mär 2007, 11:15

Auch ein lautloser Tod kann sehr schnell wirksam werden.
Ein Virus, der speziell diese ökologisch unnötige Rasse befällt, wäre ein Segen.
Meine Meinung dazu.
Wer SOT und Belly fährt hat mehr vom Fischen!!!

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Beitragvon Carp4Fun » Sa 24. Mär 2007, 11:16

Moin,

Im Prinzip seh ich das so wie @Lampro. Aber:

NABU hat geschrieben:2)In der Darstellung werden Fische als Beute des Kormorans eingestellt, deren kommerzielle Verwertung auf Grund der geringen, vom Kormoran bevorzugten Größen unrealistisch ist: Kein Fischer erzielt Erlöse etwa für kleine Aale weit unterhalb der Verkaufsgrößenschwelle, der jedoch von Kormoranen bevorzugt gefressenen Größenklasse

Das ist ja wohl ein schlechter Witz! :roll: Mag sein, dass ein hiesiger Fischer für kleine Aale keine Erlöse erzielt. Da frage ich mich aber doch, wo diese kleinen Aale denn herkommen?? Ich denke nicht, dass es hier allzu viele Gewässerbewirtschafter gibt, deren Aalbestand sich selbstständig -also quasi "kostenlos"- reproduziert! Insbesondere in Teichwirtschaften dürfte also jeder zusätzlich zur normalen Verlustrate verendete Aal einen direkten wirtschaftlichen Schaden darstellen. Mal ganz davon abgesehen, dass jeder entnommene Aal -egal ob durch Fischer, Angler oder Kormoran- nicht mehr zur Aufrechterhaltung seiner Population beitragen kann, geschweige denn überhaupt schon einmal dazu beitragen konnte!

thor hat geschrieben:Ich weiss nicht, wieso es immer wieder Gestallten gibt, die sich für Ansiedlung nicht heimischer Arten stark machen - es gibt unzählige andere Beispiele, nicht nur den Komoran.

Prinzipiell geb ich dir Recht, aber ich glaub beim Kormoran muss man dir da widersprechen. Offenbar ist der Kormoran nämlich sehr wohl eine heimische Art, die allerdings vorübergehend fast vollständig durch Menschenhand ausgerottet wurde. Belegt ist das frühere Vorkommen des Kormorans u.a. durch zeitlich datierte Knochenfunde wie z.B. in Haithabu.
Näheres dazu siehe hier.
Gruß
Sascha
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Beitragvon thor » Sa 24. Mär 2007, 13:00

Carp4Fun hat geschrieben:
thor hat geschrieben:Ich weiss nicht, wieso es immer wieder Gestallten gibt, die sich für Ansiedlung nicht heimischer Arten stark machen - es gibt unzählige andere Beispiele, nicht nur den Komoran.

Prinzipiell geb ich dir Recht, aber ich glaub beim Kormoran muss man dir da widersprechen. Offenbar ist der Kormoran nämlich sehr wohl eine heimische Art, die allerdings vorübergehend fast vollständig durch Menschenhand ausgerottet wurde. Belegt ist das frühere Vorkommen des Kormorans u.a. durch zeitlich datierte Knochenfunde wie z.B. in Haithabu.
Näheres dazu siehe hier.


Man muss die Gegebenheiten aber immer als Ganzes betrachten. Vermutlich gab es zu der Zeit noch genügend Feinde, die die Population in Grenzen hielt. Es gab sicher noch viele andere Tiere, die hier mal heimisch waren, aber heute nicht mehr anzusiedeln sind, weil sich die Natur(natürlich durch den Menschen) verändert hat.
Ist für mich das Gleiche wie mit Wölfen oder Bären. IMHO passen sie hier nicht mehr hin, es sei denn man bietet diesen ursprünglich heimischen Arten entsprechend große Reservate, und dann hat der Mensch zu weichen.
Diese Ansiedlungen sind doch nix halbes und nix Ganzes, man sieht doch immer wieder, das manche Arten zur Plage werden.
Es sind schon immer Arten ausgestorben, weil sich Bedingungen verändert haben - das ist Natur, und nicht zuletzt ist der Mensch Teil dieser.
Das Wiederansiedeln für manche "Tierschützer" attraktive Arten halte ich für naive Spielerei - ich erwähnte oben schon einmal das "Bambi-Syndrom".
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Beitragvon Stör-Angler » Sa 24. Mär 2007, 13:51

Auch wenn es gegen meine anglerischen Interessen spricht würde ich dem Kormoran durchaus ein Existenzrecht zugestehen - aber eine Schadenskontrolle wäre unabdingbar.

Mich persönlich stört diese Argumentation , wo die NABU selbst Beschreibt das der Bestand an Lachsartigen schon seid Ende des 19ten Jahrhunderts sehr selten sind - sind diese Arten denn nicht schützenswert ? Oder der Stör wo ja auch viel investiert wird ?

Um einmal die Herkunft das Kormorans zu klären : Der Kormoran ist eine eurasische Tierart - Eurasien ist der Gebietsumschluss für Europa & Asien. Daher ist der Kormoran hier durchaus heimisch.

Das Problem ist IMHO aber ganz anderer Natur :
Beim NABU sind die Gruppen sehr (sehr!) viel besser organisiert und wie schon angedeutet ist ein Verwaltungsapparat "relativ" leichte Beute.So ist es selbst für einen Laien kein Problem die Argumentation des MLUR auszuhebeln und zur Gegenargumentation zu nutzen. Ebenso betreibt die MLUR keine Öffentlichkeitssarbeit (Entschuldigt den Ausdruck : Propaganda) wie es die NABU hervorragend kann. Dies führt zu Situationen wie z.B. dem von Thor angesprochenen Bericht.

Ich fürchte leider, dass wir am Ende den kürzeren ziehen und Initiativen wie NABU mit ihren schockierenden Bildern von böswillig abgeschossenen "possierlichen Tierchen" ihre Lobby stärken können.


Da bin ich sogar ziemlich sicher.
So steht ein possierlicher süsser Vogel - am besten noch Abgelichtet mit den niedlichen Kleinen bei der Brutpflege gegen die Killermaschine Angler / Fischer die Aufgrund niedriger Bewegründe die Lizenz zum töten beantragt hat und auch vor "Massenmord" gegenüber den verfolgten Vögeln nicht zurückschreckt - welche Erinnerungen die Wörter "Massenvernichtung" und "Verfolgung" innerhalb eines Satzbaus assoziiren spare ich mir an dieser Stelle...

Dazu wird die Politik auch zurückrudern wenn Wählerstimmen in Gefahr sind.
Gruss
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Beitragvon Carp4Fun » Sa 24. Mär 2007, 15:20

thor hat geschrieben:Man muss die Gegebenheiten aber immer als Ganzes betrachten.

Vollkommen korrekt, wobei hier ja auch schon gleich das Grundproblem ansetzt. Kaum etwas ist wohl derart kompliziert wie die Ökologie und es gibt sicher nur ganz, ganz wenige Leute, die in der Lage sind, solche Fragestellungen möglichst in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Nicht zuletzt sind ja auch wir Fischliebhaber etwas voreingenommen, was diesen Vogel betrifft: Denn würde er sich nicht ausgerechnet in erster Linie von unseren Objekten der Begierde ernähren, würde uns seine Existenz wohl kaum weiter stören. Anstatt diesen Vogel nun einfach komplett zu verteufeln, könnte man sich vielleicht auch eben so gut ein paar Gedanken über die vorherrschende Situation an unseren Gewässern machen: Strukturlose Gewässer ohne jegliche Versteckmöglichkeiten bieten natürlich hervorragende Bedingungen für diese Vögel. Nahrung im Überfluss führt dann folgerichtig zur erfolgreichen Vermehrung der Räuber. Unter "natürlichen" Bedingungen würde die Beute irgendwann knapp werden, die Räuberpopulation würde folglich wieder schwinden und der Kreislauf könnte von vorn beginnen... Auch das ist Natur! :wink:
Nahrung im Überfluss in Verbindung mit womöglich übertriebener Unterschutzstellung kann dann natürlich zum argen Problem werden und die verschiedenen Interessen prallen aufeinander, wie man ja auch gut an der Kormorandebatte erkennen kann. Die Frage beginnt ja schon damit, welchen Zustand bzw. welchen Zeitraum man denn überhaupt als anstrebenswerten "Idealzustand" ansieht. Allein in diesem Punkt scheiden sich ja häufig die Geister, denn wie thor schon geschrieben hat, verändern sich ja mit der Zeit auch die Randbedingungen.
Es wird sich letzten Endes nicht umgehen lassen, mit anderen Interessengruppen in den sachlichen Dialog zu treten, um sich vielleicht bestenfalls mal irgendwann auf akzeptable Kompromisse einigen zu können. Im Vorwege sollten vielleicht noch einige Scheuklappen abgelegt werden. Dem Vogel aber ganz pauschal sein Existenzrecht zu versagen ist meines Erachtens ebenso problematisch wie eine übertriebene Schutzanstrengung ohne Rücksicht auf Verluste! Und solange ich an unseren Gewässern noch meine Fische fange und nicht über Brutkolonien oder andere Hinterlassenschaften stolpere, verhalte ich mich diesem Vogel gegenüber erstmal möglichst neutral! :lol:
Gruß
Sascha
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Beitragvon thor » Sa 24. Mär 2007, 16:35

Carp4Fun hat geschrieben:Unter "natürlichen" Bedingungen würde die Beute irgendwann knapp werden, die Räuberpopulation würde folglich wieder schwinden und der Kreislauf könnte von vorn beginnen... Auch das ist Natur! :wink:
Nahrung im Überfluss in Verbindung mit womöglich übertriebener Unterschutzstellung kann dann natürlich zum argen Problem werden und die verschiedenen Interessen prallen aufeinander, wie man ja auch gut an der Kormorandebatte erkennen kann.


Du betrachtest die Problematik sehr objektiv und gelassen!
Mir fält das manchmal sehr schwer, wie man wohl an meiner Wortwahl merkt und bekomme beim Stichwort "komoran" sowas wie Verlustängste :shock: :D
Vielleicht solltest Du als Vermittler zwischen zwei sich immer mehr verhärtenden Fronten fungieren.
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Beitragvon loopcaster » Sa 24. Mär 2007, 17:33

Man , man , man
da hab ich ja was losgetreten!

In Summe gefasst kann ich eigentlich jedem in einigen Punkten zustimmen.
Nur wie carp4fun schreibt: "solange ich meine Fische fange"
wenn Du sie nicht mehr fängst ist es eigentlich zu spät!

Auch ich verhalte mich eigentlich neutral gegenüber dem Vogel,
nur es überkommt mich immer ein "blödes Gefühl" wenn ich ihn sehe.
Das liegt wahrscheinlich
a.) an der Angst um meine Zielfische und
b.) an den Berichten die durch die Medien gehen.

so
muss los
Die Frau wartet

Gruß
ML
Herr der Gezeiten
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Beitragvon dat_geit » Sa 24. Mär 2007, 17:45

Ich habe mir einen Spruch zu Nutzen gemacht, wehret den Anfängen......

wenn wir dann erst reagieren, wenn diese unnützen Kreaturen, die sie nun mal sind, weil sie hier nicht als Teil der Nahrungskette sondern als oberstes Glied fungieren, nicht bereits jetzt bekämpfen, zeigen wir uns blind für die Betroffenen, die bereits unsere Solidarität verdient haben und verlieren den Kampf bereits, bevor er beginnt.

Mir geht es hier nicht um Artenvielfalt oder den Beschiss den die Naturschützbünde beim Zählen betreiben.
Ich betrachte den Rest der Nahrungskette und kann nur sagen, wir kamen gut ohne sie aus und hatten keinerlei Mangelerscheinungen in unserem Ökosystem.

Hier wird mal wieder Naturschutzpolitik auf dem Rücken vieler Menschen gemacht.
Die schwarze Pest gehört durch gezielte Dezimierung klein gehalten und nichts anderes.

Bestandschutz kann nur dort gelten, wo Bestände korrekt erfasst werden und ausgewogen sind.

Fahrt mal in Regionen von MeckPomm und schaut euch an, was dort passiert ist.......

Diese harte Meinung vertrete ich und kann damit gut leben.

Andy
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