Kormoran vs. Angler

Alles rund um Gewässerbiologie, dessen Gleichgewicht und Verschmutzung.

Beitragvon Wulfman » Sa 24. Mär 2007, 19:46

Stör-Angler hat geschrieben:Dazu wird die Politik auch zurückrudern wenn Wählerstimmen in Gefahr sind.


Und das liebe Freunde ist der Knusus Knacktus. Ich habe all Eure Ausführungen und Beiträge sehr genau und interessiert gelesen und komme mal wieder zu dem Schluß, daß es uns Anglern einfach nicht gelingen kann unsinnige, unseriöse und auch gezinkte Gutachten von sogenannten Umweltverbänden oder Naturschutzorganisationen, zu entkräften, die dann von Politikern, die meißt sowieso jenseitz von Gut und Böse sind, bewertet und beschlußfähig gemacht werden ob sie nun ökologisch sinnvoll sind oder nicht . Das ist leider ein FAKT.

Es ist nun nicht so, das ich schnell aufgebe, beileibe nicht :twisted:

Ich sehe einfach zu oft, daß Politiker in ihrer MACHTGEILHEIT jegliche Form von Ehtik und Moral vergessen wenn es um ihre " Sitze " egal wo auch immer geht.

Gruß

Wolf II
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Beitragvon Carp4Fun » Sa 24. Mär 2007, 19:57

loopcaster hat geschrieben:Nur wie carp4fun schreibt: "solange ich meine Fische fange"
wenn Du sie nicht mehr fängst ist es eigentlich zu spät!

Da hast du wahrscheinlich Recht. Eigentlich sollte der letzte Satz auch anders lauten, hab mich dann aber für die Variante mit dem Smilie entschieden. Im Grunde ist es nämlich doch (leider) genau so, dass jeder erst dann aktiv wird, wenn er erstmal seine ureigenen Interessen in Gefahr sieht. Die Vögelliebhaber gehen auf die Barrieren, wenn ihr Schutzobjekt plötzlich zum Abschuss freigegeben wird und die Angler wehren sich verständlicherweise, wenn sie "ihre" Beute in Gefahr sehen. Um das Dilemma perfekt zu machen, kommt bei uns Anglern ja noch erschwerend hinzu, dass wir uns oft ja noch nichtmal untereinander einig sind. -Da agiert der Hechtangler im Sinne der Hechte, der Forellenangler sieht nur seine Fettflossenträger und dem Karpfenangler wiederum ist es völlig Banane, wie es um die Raubfische und Raubfischangler bestellt ist.
-Auf unsere kleine, aber feine Stoer-Angler-Gemeinschaft scheint das ja Gott sei Dank nicht zuzutreffen, aber schaut man einmal über den Tellerrand hinaus, bemerkt man leider immer öfter, dass der vorige Satz gar nicht sooo weit hergeholt ist...
Wollte man wirklich was erreichen, müsste man sich mehr oder weniger geschlossen Erheben. Bei der Vogellobby klappt das ja offenbar auch schon ganz gut. Unter uns Anglern gibts dann aber leider so Leute wie mich (:wink: ), denen halt einfach die persönliche Betroffenheit fehlt, um sich aufzuraffen und sich überhaupt erstmal näher mit diesem Tier zu beschäftigen. Um auf die Argumentationsebene der Kormoranfreunde zu gelangen, wird es halt nicht ausreichen, einfach nur vehement die Bekämpfung des Vogels zu fordern. Da bedarf es wahrlich ein wenig mehr an Hintergrundwissen und nicht zuletzt auch Diplomatie. Um unsere Argumentation zu verstehen, fehlt den Schützern wiederum die persönliche Betroffenheit. Es dürfte sich also als äußerst schwierig gestalten, einen brauchbaren Kompromiss zu finden, mit dem alle Seiten einverstanden sind. Meiner Meinung nach bedürfe dies auch einer neutralen, wissenschaftlichen Auseinandersetzung, die eben auch beidseitige Interessen miteinbezieht. Undurchdachte WC-Parolen bringen uns da leider kein Stück weiter.

thor hat geschrieben:Vielleicht solltest Du als Vermittler zwischen zwei sich immer mehr verhärtenden Fronten fungieren.

Um Gottes Willen, auf keinen Fall! :lol: Das sollen lieber Leute machen, die a) über genug Fachwissen verfügen und b) in der richtigen Position sitzen, um sich solch zeit- und nervenaufreibender Angelegenheit anzunehmen. Ich persönlich muss auch zugeben, dass ich mich mit dem Kormoran bisher eigentlich überhaupt nicht beschäftigt habe und allein schon aus diesem Grunde über noch kein gefestigtes Meinungsbild verfüge. Vielleicht wärs aber mal ganz interessant, einem Ornithologen, der sich schonmal intensiver mit diesem Thema auseinandergesetzt zu haben scheint, ein Interview oder sowas anzubieten. Sollte da eurerseits (und natürlich auch seinerseits) Interesse bestehen, ließe sich da in den nächsten Monaten vielleicht mal was arrangieren...

dat_geit hat geschrieben:Ich betrachte den Rest der Nahrungskette und kann nur sagen, wir kamen gut ohne sie aus und hatten keinerlei Mangelerscheinungen in unserem Ökosystem.

Leider reicht es meist nicht aus, nur ein einzelnes Glied zu betrachten. Und sind es nicht gerade unsere durch Menschenhand veränderten/ degradierten Ökosysteme, die solch massenhafte Ausbreitung erst ermöglicht haben? Mangelerscheinungen lassen sich da leider nach wie vor zu Hauf finden, auch wenn Schadstoffeinträge innerhalb der letzten Jahrzehnte vermindert wurden und die Wasserqualität vielerorts auf sehr gutem Wege der Besserung ist. Warum fehlen uns denn überhaupt die Prädatoren, die in der Lage wären, den Kormoranbeständen etwas Einhalt zu gebieten? Ohne Rückzugsmöglichkeiten innerhalb unserer Gewässer und ohne der "natürlichen" Vegetation außerhalb unserer Gewässer liegt ein Teil des Problems doch schon auf der Hand! Begradigungs- und Urbachmachungsmaßnahmen u.a. bieten dem Kormoran vermutlich allerbeste Voraussetzungen während sie gleichzeitig die natürlichen Fressfeinde des Kormorans davon abhalten, sich wieder anzusiedeln.
Andreas, das soll nicht heißen, dass ich deine Meinung nicht irgendwo nachvollziehen kann, aber anstatt nur die Wirkung bekämpfen zu wollen, sollte man sich so ganz nebenbei auch ruhig ein paar Gedanken über die eigentlichen Ursachen machen. Ganz grundsätzlich sind unsere Ängste ja durchaus verständlich (immerhin verbringt der Kormoran mehr Zeit am Wasser als die meisten von uns und fängt unterm Strich sogar noch mehr! Ganz klar, dass sich der Fischneid da auf Dauer nicht vermeiden lässt! :lol: ), doch sollten wir nicht den vermeidbaren Fehler begehen, alle anderen Faktoren einfach nach Belieben auszublenden.

PS: Ich hatte im letzten Herbst ein nettes Gespräch mit einem älteren Angler am Rensinger See, der felsenfest davon überzeugt war, dass die Kormorane für seine schlechten Fänge an diesem Gewässer verantwortlich seien. -Ein Einzelfall, der eigentlich schon ganz gut zeigt, zu welch unbegründeten und haltlosen Aussagen es kommen kann, sofern man denn erstmal das perfekte Feindbild vorgesetzt bekommen hat... :roll:
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Beitragvon dat_geit » Sa 24. Mär 2007, 20:05

Ja, Sascha, das darf auch nicht sein.
Da gebe ich dir Recht.
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Beitragvon loopcaster » Sa 24. Mär 2007, 21:38

@carp4fun

Respekt vor deinem Statement

super geschrieben


Du solltest die Gewässerökologie studieren


Gruß
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Beitragvon Carp4Fun » Sa 24. Mär 2007, 23:20

loopcaster hat geschrieben:super geschrieben

Vielen Dank. Doch leider löst das natürlich nicht das eigentliche Problem. Gerade bei denen, die bereits persönlichen Schaden durch Kormorane oder was auch immer erlitten haben, ist es natürlich auch nur verständlich, dass solche Themen schnell an Sachlichkeit verlieren und überwiegend auf emotionaler Ebene geführt werden. Die Vogelschützer erleben die Problematik dagegen von einer ganz anderen Seite: Denn oft ist es doch so, dass man eine Sache umso lieber gewinnt, je näher man sich erst mit ihr beschäftigt hat. -Bspw. gehts uns da ja mit unseren Wandersalmoniden recht ähnlich, deren Schutzbedürftigkeit wir im Laufe vieler Jahre erkannt haben -und das wahrscheinlich nicht nur deshalb, um sie anschließend in der eigenen Pfanne zu haben! Hinter solchen Projekten steckt neben dem eigentlichen Engagement halt auch oft sehr viel Herzblut, was anschließende Diskussionen nicht unbedingt einfacher macht...

Wie oben schonmal kurz angedeutet, könnte ich mich -sofern da eurerseits Interesse besteht- bei Gelegenheit gern mal über die Uni an einen engagierten Vogelkundler wenden. Vielleicht wäre er ja dazu bereit, sich einigen offenen und ernst gemeinten Fragen unsererseits anzunehmen, so dass wir diese dann hier ggf. veröffentlichen und diskutieren könnten. Er hätte zu diesem Thema sicher ne völlig andere Einstellung als wir Angler, aber das würd die Sache an sich ja eigentlich nur noch interessanter machen! :wink:
Gruß
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Beitragvon loopcaster » So 25. Mär 2007, 20:27

@sascha

Mit dem "Respekt" meinte ich:
deine Sachlichkeit trotz deiner Passion und deine Neutralität gegenüber den Feder- genauso wie den Schuppenkreaturen.

Gruß
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Beitragvon Stör-Angler » So 25. Mär 2007, 20:53

Sorry Sascha, aber :
Die Vogelschützer


Es sind keine Vogelschützer sondern der Naturschutzbund dessen Aufgabe es sein sollte eben die gesamte Ökologiestruktur zu regeln. Warum nun ausgerechnet der Kormoran schützenswert ist und nicht z.B. die Salmoniden entzieht sich meinem Verständnis.

Wie oben schonmal kurz angedeutet, könnte ich mich -sofern da eurerseits Interesse besteht- bei Gelegenheit gern mal über die Uni an einen engagierten Vogelkundler wenden.


Also ich hätte da grosses Interesse.

Zustimmen muss ich Dir allerdings in der Nischenmentalität wo sehr viele passiv bleiben wenn Sie nicht unmittelbar von dem Problem betroffen sind.

um sich aufzuraffen und sich überhaupt erstmal näher mit diesem Tier zu beschäftigen


Da mich solche Themen grundsätzlich interessieren , ist der Informationsbedarf durch das Medium Internet relativ leicht zu decken - gerade bei Kontroversen halte ich es für wichtig beide Seiten der Medaille zu betrachten.

Um auf die Argumentationsebene der Kormoranfreunde zu gelangen, wird es halt nicht ausreichen, einfach nur vehement die Bekämpfung des Vogels zu fordern. Da bedarf es wahrlich ein wenig mehr an Hintergrundwissen und nicht zuletzt auch Diplomatie. Um unsere Argumentation zu verstehen, fehlt den Schützern wiederum die persönliche Betroffenheit. Es dürfte sich also als äußerst schwierig gestalten, einen brauchbaren Kompromiss zu finden, mit dem alle Seiten einverstanden sind


Ich finde der Natuschutz hat nichts zu suchen auf "Interessenebenen" sondern sollte im Sinne des NAturschutzes agieren. Dieses reduzieren auf Angler/Fischer vs. Kormoran halte ich persönlich für Falsch seitens des NABU . Richtig wäre es m.E. Kormoran gegen die gefährdeten Fischarten zu stellen. Aber das würde dem NABU wohl kaum ähnliche personelle und finanzielle Zuwendungen verschaffen.
Gruss
Tino
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