Reproduktion von Wandersalmoniden in Stör und Nebenflüssen

Alles rund um Gewässerbiologie, dessen Gleichgewicht und Verschmutzung.

Reproduktion von Wandersalmoniden in Stör und Nebenflüssen

Beitragvon dat_geit » Mi 6. Okt 2010, 06:14

Bevor das Forum aus dem Winterschlaf nicht mehr erwacht stelle ich mal eine fundierte und provokative These auf, die ich im folgenden begründen und untermauern werde:

Zitat von einem sehr erfahrenen Spezialisten, Albrecht Hahn, aus einem Lehrgang an dem Sascha (Carp4Fun) und ich teilgenommen haben......

Wir werden in den nächsten 50 Jahren noch den Bestand von Meerforellen durch Abfischen, Aufzucht und Besatz stützen müssen......

Ich war über diese Aussage zunächst geschockt und habe dann nach Material gesucht, diese Aussage zu entkräften, wie ich mir ganz sicher war, dass das so nicht stehen bleiben kann.

Was ich fand war für mich ernüchternd, aber brachte mich auch zum Umdenken und Verständnis dessen, was in DK passiert und warum es dort viel besser erscheint, wenn auch die Verhältnisse sich nicht überall von den unseren Unterscheiden lassen.

Am weitesten brachte mich eine Studie
DIRKSMEYER, J. 2008: „Untersuchungen zur Ökomorphologie der Laichhabitate von Lachsen und Meerforellen in Deutschland“. Promotion am Geografischen Institut der Universität Köln

Dort ist auch die Stör enthalten. Untersucht wurden zwar nur Laichbetten innerhalb des Raumes Neumünster, dort aber eben die mit guten Aussichten auf einen Erfolg. es blieb bei guten Aussehen und darum auch das Thema hier.

Eines der besten Gewässer ist die Rantzau, die schon einen guten Bestand an Bach und Meerforellen aufweist.
Allerdings liegt das nicht an der natürlichen Reproduktion, sondern am seit vielen Jahren konsequent durchgeführten Besatz, einem inzwischen guten Gewässerzustand und einem guten Konzept das ganze zu verbessern.

Da Reproduziert sich mit Sicherheit nichts zählbares, aber es gibt einfach größere Überlebenschancen für die ausgesetzte Brut und den heranwachsenden Fischen.

Ähnlich sehe ich es in der Bünzau.

Ich glaube es ist an der Zeit ein wenig mehr Ehrlichkeit zu üben und als Ziel eine Lebensraumverbesserung anzustreben, die aber nicht als Endziel einen sich selbst reproduzierenden Bestand haben muß.

Das gilt im übrigen auch für die Äsche und Quappen.

Soweit erst einmal zur Einleitung.

Anbei Aussagen aus der Studie Dierksmeyer von 2008. Übrigens ist nach meinem Wissensstand an dieser Studie und ihren Methoden nichts auszusetzen, weil sie auf dem neusten Stand der Technik erfolgte und mit viel Liebe zur Sache erstellt wurde.
Das ist auch nicht die erste Untersuchung in diesem bereich von Dierksmeyer.

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Diese Auszüge stammen aus einem Vortrag für die Arbeitsgemeinschaft für Fischarten- und Gewässerschutz in Norddeutschland (AFGN), der wir auch angehören.

Der gesamte Vortrag hier:
http://www.wanderfische.de/AFGN/Vortrae ... er_web.pdf

Weiteres interessantes Material hier:
http://www.wanderfische.de/AFGN/Tagungen_Detail.html

Über Probleme Bestände zu halten oder deren Rückgang zu erklären Anhand von Bachforellen in der Schweiz hier:
Dem Fischrückgang auf der Spur
SCHLUSSBERICHT DES PROJEKTS
NETZWERK FISCHRÜCKGANG SCHWEIZ – «FISCHNETZ»
http://www.fischnetz.ch/content_d/publ/ ... eutsch.pdf
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Beitragvon dat_geit » Mi 6. Okt 2010, 06:17

Wir haben bisher das Thema in einem kleinen Kreis innerhalb unseres Vereinsforums diskutiert und ich suche nun die größere Öffentlichkeit und vor allem auch Mitstreiter für lokale Projekte, wie sie bereits von einigen hier angeregt wurden, Jörg, Fynn usw..
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Beitragvon majoo » Mi 6. Okt 2010, 09:17

dat_geit hat geschrieben:Wir haben bisher das Thema in einem kleinen Kreis innerhalb unseres Vereinsforums diskutiert und ich suche nun die größere Öffentlichkeit und vor allem auch Mitstreiter für lokale Projekte, wie sie bereits von einigen hier angeregt wurden, Jörg, Fynn usw..


also wenn ich was sinnvolles dazu beitragen kann bin ich natrürlich dabei ;-)

gruß majoo
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Beitragvon Lampro » Mi 6. Okt 2010, 09:43

Da schließe ich mich an! Für sowas immer zu haben. Dazu muss das Ganze nur konkret werden, d.h. Projekte auch wirklich angegangen werden! :wink:

Bin übrigens vorgestern an der Sohlgleite im Mühlenbach vorbeigefahren...Sieht schnieke aus, was die Schüler da entworfen haben!!! :daumenhoch:
Gruß und Petri Heil,
Fynn
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Beitragvon dat_geit » So 17. Okt 2010, 19:22

Update Oktober 2010

Die Projekte müssen natürlich im Rahmen der Vereinsarbeit laufen, sonst ist das nicht zu leisten.

Auch wären natürlich ähnlich dem Aufzuchtprojekt vereinsübergreifende Maßnahmen möglich.

Hier war es erst einmal wichtig darzustellen, dass es um eine Lebensraumverbesserúng gehen muß und nicht die Schaffung von Laichbereichen.

Nun beginnen wir nächstes Wochenende mit den ersten E-Fischen und schauen mal, was da so für die Aufzucht zu bekommen ist.

Die vorbereitenden Arbeiten in Homfeld sind an diesem Wochenende auch dank der Hilfe aus unserem Verein ein gutes Stück voran gekommen.

Da wir jetzt auch im VdSA eine gut ausgebildete Gruppe von E-Fischern besitzen und über das nötige Gerät, greifen wir jetzt auch in die Arbeit der Arge Stör/Bramau/AFGN ein.

Damit werden wir sicherlich erst einmal bis Ende November beschäftigt sein.

Andreas
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Beitragvon PeWi » Mo 18. Okt 2010, 04:28

Liebe Angelfreunde,

dieses Thematik ist vielen Anglern bekannt. Einige Vereine sorgen
mit dem Aussetzen von Brütlinge für eine Erhaltung der Bestände.
Die Kosten tragen die Aktivisten, sprich Vereine selbst. Die Stör
steht mit seinen aufgezeigten Lachsfängen nicht im Förderprogramm
des Landesverbandes.
Auf der Jubiläumsvernastaltung von Elmshorn-Barmstedt wurde gerade
dieses Thema angesprochen. Dort ist auch die Poltik, sprich Landesre-
gierung dazu aufgerufen wurden, Etwas für die Salmoniden in der Stör
zu tun.
Mein Traum wäre, alle Vereine, die Anreiner der Stör sind, an einen Tisch
zu bekommen. Gemeinsam müßte ein Konzept ausgearbeitet werden
Über die Politk sollte versucht werden, Druck auf die Gremien, wie Fischereiamt
und auch unserer Landesverband auszuüben.
Mir ist bewußt, das es ein weiter Weg bis dahin ist, aber nur gemeinsam
sind wir stark und ich meine, das die investierte Arbeit, auch Erfolge bringen würde.
Über dieses Thema sollte in den Vereinen und Vorständen
diskutiert werden und vielleicht sitzen wir in absehbarer Zeit an einem Tisch.
_________________
Mit sportlichem Gruß

Peter Wiese

1. Vorsitzender
SAV Itzehoe und Umgegend e.V.

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Beitragvon dat_geit » Do 4. Nov 2010, 05:53

Langsam kommt Bewegung in die Sache.

Nachdem unser Präsident des LSFV SH sich vor Ort über unsere Bemühungen für die Meerforellen Und Lachse, sowie Bachforellen informierte und sich in diesem Zuge zusammen mit Hartwig Hahn und unserem Biologen Martin Purps einen ganzen Tag lang als "E-Fischer" auf der Stör betätigte, kommt nun sehr schnell eine Reaktion.

Fließgewässer stehen am Freitag, 21. Januar 2011, im Mittelpunkt einer Veranstaltung des LSFV Schleswig-Holstein. Dabei sollen in Fachvorträgen verschiedene Salmoniden-Projekte vorgestellt werden. Thematisiert werden sollen die Ergebnisse des zurückliegenden Laichfischfanges, aber auch Probleme. Es soll über das aktuelle Meerforellen-Management und über neue Überlegungen wie Schonzeiten diskutiert werden. Dazu werden Fachleute und alle Interessierten zeitnah eingeladen.

Der Ort der Veranstaltung wird rechtzeitig mitgeteilt.
__________________
Michael Kuhr, LSFV-Pressesprecher


Es ergaben sich an diesem Tag viele interessante Gespräche, die noch Früchte tragen werden.

Andreas


Quelle Landesverbandsforum http://www.anglerforum-sh.de/showthread.php?t=13828
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Beitragvon Schloti » Do 4. Nov 2010, 19:27

Danke schön Andreas,
das du uns auf den laufenden hälst. Auch wenn mann nicht so aktiv in bestimten dingen involviert ist. Interessiert es doch viele andere wie mich auch, was so im Hintergrund von versch. Menschen bewegt wird.

Auch wenn das hier auf dem Stoer Angler in letzter Zeit ruhiger geworden ist- So sind doch Plattformen wie diese doch eine idealle Form information weiterzugeben, zu teilen oder auch interessante Diskussionen zu führen.

Viele Grüße
Sven
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Beitragvon PeWi » Fr 5. Nov 2010, 08:00

Hallo Andreas und Sven,

auch ich bin kein großer Berichteschreiber hier im Forum, aber es lohnt sich hin und wieder gerade hier hineinzuschauen.
Auf der Jubiläumsveranstaltung hat Hartwig Hahn anklingen lassen,
das mit dem Salmoniden in der Stör Etwas passieren muss. Die Grund-
voraussetzungen haben sich nach den Renaturierungsmaßnahmen
erheblich verbessert und nach seiner Meinung sind die Laichhabitate
vorhanden. Und es wäre nun an der Zeit, das unser LV auch Mittel für Besatzmassnahmen bereitstellen sollte.

Zu der geplanten Versammlung am 21. Januar sollten wir uns dement-sprechend vorbereiten, und das sollten wir gemeinsam unternehmen. Aller Anfang ist schwer und laß uns bitte kurzschließen. Dann könnte man ein Treffen vereinbaren und unser Anglerheim steht dafür zur Verfügung.
Bitte nehmt doch Kontakt zu mir auf:

peter.wiese@kabelmail.de oder unter 04821-4722 werktags ab 15.30 Uhr

Mit diesem Vorschlag möchte ich den ersten Schritt machen, mit dem Ziel
alle Anrainervereine der Stör für diese Sache zu gewinnen und das können wir nur gemeinsam.
_________________
Mit sportlichem Gruß

Peter Wiese

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SAV Itzehoe und Umgegend e.V.

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Beitragvon dorschgreifer » Fr 5. Nov 2010, 09:20

PeWi hat geschrieben:Und es wäre nun an der Zeit, das unser LV auch Mittel für Besatzmassnahmen bereitstellen sollte.


Nur mal so zur Info:

Der Landesverband stellt keinerlei Mittel zur Verfügung und ist somit der falsche Ansprechpartner. Die Vergaberichtlinien sehen folgendermaßen aus:

Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen aus den Mitteln der
Fischereiabgabe durch das Land Schleswig-Holstein


Gl.-Nr.: 6625.8
Fundstelle: Amtsbl. Schl.-H. 2004 S. 995
Bekanntmachung des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft
vom 20. September 2004 / V 633 - 8.5.6 -

1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage
Das Land Schleswig-Holstein gewährt nach Maßgabe dieser Richtlinie und den Verwal-tungsvorschriften zu § 44 Landeshaushaltsordnung (LHO) Zuwendungen aus der Fischereiabgabe zur Förderung der Fischbestände, der Gewässer und der Fischerei.

Ziel ist die Förderung einer nachhaltigen, naturverträglichen und rentablen Ressourcen-nutzung in Küsten- und Binnengewässern Schleswig-Holsteins sowie in besonderen Anlagen. Hierbei nehmen Schutz und Entwicklung der Fischbestände in ihrer natürlichen Artenvielfalt und ihrer nachhaltigen Nutzungsmöglichkeit eine zentrale Stellung ein.

Ein Rechtsanspruch auf Gewährung von Zuwendungen nach dieser Richtlinie besteht nicht. Vielmehr wird aufgrund pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel über die Einzelmaßnahmen entschieden.

2 Gegenstand der Förderung
2.1 Zuwendungsfähig sind alle Maßnahmen zur Förderung der Fischbestände, der Ge-wässer und der Fischerei, insbesondere
2.1.1 zeitlich begrenzte Besatzmaßnahmen von überörtlicher Bedeutung, speziell zur Wiedereinbürgerung verschollener oder stark gefährdeter Arten,
2.1.2 Maßnahmen zur Verbesserung der fischereilichen und ökologischen Verhältnisse in den Gewässern,
2.1.3 Maßnahmen zur Ermittlung der Fischbestände und ihrer Nahrungsgrundlagen, sofern sie von überörtlicher Bedeutung sind,
2.1.4 Schulung, Ausbildung und Fortbildung von Fischereiaufseherinnen oder Fischereiaufsehern, Gewässerwartinnen oder Gewässerwarten und Ausbilderinnen oder Ausbildern,
2.1.5 Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Fischereiaufsichtspersonen und
2.1.6 Öffentlichkeitsarbeit für die Fischerei, sofern sie von überörtlicher Bedeutung ist.
2.2 Nicht zuwendungsfähig sind insbesondere:
- Öffentlich-rechtliche Abgaben, Gebühren.
- Die Ausgaben für einen Flächenerwerb.
- Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.
- Kreditbeschaffungs-, Vor- und Zwischenfinanzierungskosten.
- Die nach § 15 Umsatzsteuergesetz abziehbaren Vorsteuerbeträge, und zwar unabhän-gig davon, ob der Begünstigte den Vorsteuerabzug tatsächlich geltend macht oder nicht.
- Unbare Eigen- und Sachleistungen des Zuwendungsempfängers mit Ausnahme ehrenamtlich erbrachter Eigenleistungen.
- Fernmeldegebühren aufgrund privater Orts- und Ferngespräche und entsprechende Faxgebühren.
- Werkverträge, wenn oder soweit das Honorar anschließend wieder gespendet wird.
- Aufwands- und Fahrkostenentschädigung, soweit sie vom Empfänger wieder der Orga-nisation gespendet werden.
- Reisekosten, soweit sie die nach Bundesreisekostengesetz anerkennungsfähigen Aus-gaben übersteigen, sowie Tagegelder.
- Ausgaben, die von Dritten erstattet werden.
- Ausgaben für Maßnahmen, für die eine Zuwendung bei anderen Behörden oder Dienststellen des Landes oder Bundes oder bei Kreisen, Städten, Ämtern, Gemeinden oder Körperschaften, Anstalten oder Stiftungen des öffentlichen Rechts bewilligt worden ist; dies gilt nicht, wenn die Bewilligungsbehörde eine Ausnahme zugelassen hat.
- Maßnahmen, die bereits begonnen worden sind, es sei denn, der vorzeitige Beginn wurde in besonders begründeten Fällen auf schriftlichen Antrag hin ausnahmsweise zugelassen.
- Bewirtung und Präsente.

3 Zuwendungsempfänger
Zuwendungsempfänger sind:
3.1 Vereinigungen der Anglerinnen und Angler sowie der Fischerinnen und Fischer in Schleswig-Holstein.
3.2 Weitere juristische oder natürliche Personen, die sich satzungsgemäß oder durch Vertrag zur Förderung des Fischereiwesens, der fischereiwissenschaftlichen Forschung oder von Aufgaben des Fischartenschutzes verpflichtet haben.

4 Zuwendungsvoraussetzungen
Außer den Anforderungen des § 44 LHO und den dazu ergangenen Verwaltungsvorschriften müssen folgende Zuwendungsvoraussetzungen erfüllt sein:
Die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben sollen für jede Einzelmaßnahme mindestens 2.500 € betragen.
Fördermittel von EU, BUND und Dritten sind vorrangig in Anspruch zu nehmen. Bei Nichtbeantragung erfolgt eine fiktive Anrechnung.

5 Art, Umfang und Höhe der Zuwendung
Die Zuwendung wird als Projektförderung oder als institutionelle Förderung im Wege der Fehlbedarfs- oder Anteilfinanzierung gewährt und besteht aus einem nicht rückzahlbaren Zuschuss zu den zuwendungsfähigen Ausgaben.

Bemessungsgrundlage sind die nachweisbaren zuwendungsfähigen Ausgaben, die unter Anlegung eines strengen Maßstabes für eine sparsame, wirtschaftliche und zweckmäßige Erlangung des Zuwendungszweckes unmittelbar entstehen.

Maßnahmen dieser Richtlinie können mit bis zu 75 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert werden.

Zur Unterstützung und Stärkung des ehrenamtlichen Engagements sowie in besonders begründeten Einzelfällen können auch bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Aus-gaben gefördert werden.

6 Sonstige Zuwendungsbestimmungen
Eine Weiterleitung der Zuwendung an Dritte durch die Zuwendungsempfängerin oder den Zuwendungsempfänger ist nicht zulässig. Untergliederungen der Vereinigungen nach Nummer 3.1 gelten nicht als Dritte.

7 Verfahren
7.1 Bewilligungsbehörde ist das Amt für ländliche Räume Kiel als obere Fischereibehörde.

7.2 Antragsverfahren:
Die Zuwendungen werden nur aufgrund eines schriftlichen Antrages gewährt. Der Antrag ist bis zum 31. März auf einheitlichem Vordruck beim Amt für ländliche Räume in Kiel zu stellen; in begründeten Einzelfällen ist eine Verlängerung der Antragsfrist möglich. Dem Antrag sind die auf dem Antragsvordruck aufgeführten Unterlagen und Nachweise beizufügen.
Die Eigenbeteiligung kann auch durch unbare Leistungen ehrenamtlich Tätiger bis zu einer Höhe von 70 Prozent des Aufwandes nachgewiesen werden, der sich bei der Vergabe der Arbeiten an ein Unternehmen ergeben würde. Alternativ können bei Projekten unbare Eigenleistungen in Form von Eigenarbeit mit 10 € pro Stunde bewertet werden.
Vor der Entscheidung über die Gewährung einer Zuwendung ist der Fischereiabgabeausschuss zu hören.

7.3 Auszahlungsverfahren:
Die Auszahlung der bewilligten Zuwendung erfolgt nur auf schriftliche Anforderung. Im Regelfall erfolgt die Auszahlung nach Abschluss des Vorhabens und Nachweis der Ver-wendung.

7.4 Verwendungsnachweisverfahren:
Die Zuwendungsempfängerin bzw. der Zuwendungsempfänger hat zu dem im Zuwen-dungsbescheid angegebenen Zeitpunkt, spätestens jedoch drei Monate nach Ende des Bewilligungszeitraumes, einen einfachen Verwendungsnachweis
vorzulegen. Der einfache Verwendungsnachweis besteht aus einem Sachbericht und einem zahlenmäßigen Nachweis, in dem Einnahmen und Ausgaben entsprechend der Gliederung des Finanzierungsplanes summarisch zusammenzustellen sind. Auf Anforderung der Bewilligungsbehörde sind Rechnungen und Zahlungsnachweise beizufügen.
Die Bewilligungsbehörde und der Landesrechnungshof sind berechtigt, die Verwendung der Mittel durch Einsichtnahme in die Bücher, Belege und sonstige Unterlagen sowie durch örtliche Erhebungen zu prüfen oder durch Beauftragte prüfen zu lassen.

7.5 Zu beachtende Vorschriften:
7.5.1 Wenn der Gesamtbetrag der Zuwendungen mehr als 100.000 Euro beträgt, sind gemäß Nr. 3.1 ANBest-P bei der Vergabe von Aufträgen die Bestimmungen der VOB bzw. VOL zu beachten. Die Zuwendungsempfängerin oder der Zuwendungsempfänger hat zu prüfen, ob Ausnahmetatbestände vorliegen, die einen Verzicht auf eine öffentliche Ausschreibung rechtfertigen. Die Bewilligungsbehörde entscheidet über die Zulässigkeit der Ausnahme.
7.5.2 Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und für die gegebenenfalls erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die VV zu § 44 LHO i.V.m. den entsprechenden Regelungen des Landesverwaltungsgesetzes (§§ 116, 117 und 117 a LVwG), soweit nicht in den Förderrichtlinien Abweichungen zugelassen worden sind.

8 Inkrafttreten
Diese Richtlinie tritt am Tage nach der Veröffentlichung im Amtsblatt für Schleswig-Holstein in Kraft und ist gemäß Nr. 1.4 VV zu § 44 LHO zunächst auf drei Jahre befristet.



Mit Druck machen beim LV ist also nicht, denn nach meiner Kenntnis wird der lediglich angehört. Erst einmal muss man auch vor Ort seine Hausaufgaben machen. Dazu gehört ein ordentlicher Hegeplan, wo die Projekte schon erwähnt werden, mit ordentlichen und aussagekräftigen Fangmeldungen. Dann muss man ein ordentliches Konzept erstellen, dass man dem Förderantrag beifügt usw...


Ich glaube, beim letzten Vergabeverfahren lag von der Stör nicht genug vor und man hatte nicht die nötige Lobby und nicht genug Argumente, so dass die Gesamtsumme an ein anderes Projekt gegangen ist, in der vollen Höhe, wenn ich mich nicht irre.

Neben den Salmoniden besteht auch noch die Möglichkeit der Förderung anderer Fische, Krebse und Muscheln in der Stör, die man prüfen könnte:

- Aale
- Zander
- Stör
- Schlammpeitzger
- Bachschmerle
- Quappe
- Groppe
- Edelkrebs
- Bachmuschel

sofern die Bedingungen stimmen.

Bei jeder einzelnen Maßnahme bedarf es einer detaillierten Projektbeschreibung und Erfolgskontrolle und diese sollten nur unter der fachlichen Begleitung der Fischereibiologen des LLUR realisiert werden.

Die aktuellen Fischartenhilfsmaßnahmen für 2008 - 2011 findet man hier:

http://www.lsfv-sh.de/pub/Fischartenhil ... 8-2011.pdf
Gruß Rüdiger
2. Vorsitzender KSV-Steinburg und
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AV Angler Nord e.V.
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