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Unterscheidung Meerforelle und Bachforelle

BeitragVerfasst: Mi 10. Mär 2010, 14:33
von dorschgreifer
Hier könnt ihr das Thema ausführlich diskutieren, eine kleine Einleitung gibt es schon einmal vom Biologen des Landesverbandes, Martin Purps:

Es handelt sich um eine Art (biologisch/genetisch) die sich je nach Umweltbedingungen anpasst: Wandernde Stammform im Küstengewässer, wandernde Form Seeforelle und stationäre Form Bachforelle. Die Färbungen sind meist typisch für eine authochtone Form, also Forellen in einem bestimmten kleinen Waldbach ähneln sich in Farbe und Intensität, die sich innerhalb einer Form wie Bachforelle zwischen zwei Bächen sich wieder unterscheiden können. Eine silbrige Forelle im See ist eine Seeforelle, im Meer eine Meerforelle. Wenn es den Bachforellen zu eng wird, wandern sie ab und werden silbrig als Smolt.

Die Idee ist ja, dass irgendwann ein Gewässer mal von der Stammform besiedelt wurde und im Laufe der eiszeitlichen Veränderungen oder auch menschgemacht es günstiger ist vor Ort zu bleiben, in einen See oder das Meerr zum Dickfressen zu gehen. ZUr Fortpflanzung kehren dannn alle an ihren Ursprungsort zurück.

Es ist auch zu bedenken, dass sich Forellen zur Laichzeit alle braun färben und alle drei Formen an einem Laichplatz erscheinen können und sich gegenseitig berfruchten. Die Nachkommen sind wieder fruchtbar. Bachforellen werden sehr selten so groß wie Meerforellen und haben auch kleinere Laichgruben. Ein Fisch von 80 cm gehört ziemlich sicher zu der Form Meerforelle. Die fressen einfach effizienter im Meer.

BeitragVerfasst: Mi 10. Mär 2010, 19:06
von Hägar
Hallo,
um eins noch mal zu sagen, das ging mir nicht um moralisch oder um Fehler, aber in unseren Flüssen um diese Jahreszeit ist eine Forelle von ü 50 cm und in dunkler Farbe höchstwarscheinlich eine absteigende Meerforelle. Und das man sie Essen kann steht auch außer Diskussion.
Sie sind bloß einfach besser in der Festigkeit des Fleisches und dem Geschmack wenn sie wieder aus dem Meer kommen.
Und wie lange es dauert bis die Fische zurück ins Meer schwimmen, ich hab schon einen Absteiger im Mai an der Mörrum gefangen, ü 70, silber, aber noch schlapp!
An der Küste ist es ähnlich, oft sind es die großen, eher langen Fische die gefangen werden die eigendlich noch so dünn und schlapp sind, das man sie vom Geschmack her lieber hätte wieder schwimmen lassen sollen um dann doch lieber die 45 cm Forelle mitzunehmen.
Und vieleicht ist es dann schöner ihr die Chance zu geben es nochmal mit dem Aufstieg zu probieren! Ich möchte ja nur das man die Möglichkeit den Fisch zurückzusetzen immer mit sich trägt um hinterher nicht entäuscht zu sein!
Natürlich gehören Fehlgriffe zum Erfahrung sammeln dazu!

Welchen Bericht ich zu diesem Thema klasse finde:
http://www.first-cast.de/Textdateien/Me ... bular.html

Da ist viel gutes dabei! Und unter dem Bericht steht auch das entscheidende. Entscheiden tut jeder für sich!

Gruß

BeitragVerfasst: Mi 10. Mär 2010, 19:47
von loopcaster
Erstmal Danke Rüdiger für die Umsetzung aus dem Thema C&R.

@ Hägar
Prima Link, ich glaube mehr braucht man nicht.
Ich weiss das es Dir nicht um Moral oder einen Fehler ging,
nur man darf in seiner eigenen kleinen/großen Salmonidenwelt nicht vergessen
das es noch andere Spezies (wirklich nicht beleidigend gemeint) von Anglern gibt die sich mit der Materie Mefo nicht so komplex auseinander setzen wie z.B. Du oder ich.

Deswegen finde ich es gut das die Thematik hier niedergeschrieben werden kann.

Gruß
ML

BeitragVerfasst: Do 11. Mär 2010, 07:00
von dorschgreifer
Hägar hat geschrieben:Welchen Bericht ich zu diesem Thema klasse finde:
http://www.first-cast.de/Textdateien/Me ... bular.html

Da ist viel gutes dabei! Und unter dem Bericht steht auch das entscheidende. Entscheiden tut jeder für sich!


Den Bericht finde ioch auch super, leich erklärt und dazu noch mit Bildern untermalt, da kann man doch schon mal gut was mit anfangen. :wink:

BeitragVerfasst: Do 11. Mär 2010, 15:55
von Drill
klasse link!!!

als amateur-angler hatte ich solche hintergrundinformationen nicht. da wird die denkweise auch etwas anders.

natürlich muss man die erkennungsmerkmale erstmal sich merken, um dann auch die richtige entscheidung zu treffen.

für mich zählte immer nur die schonzeit und verwertbarkeit, mehr nicht. gerade was die bekau angeht, werde ich nun anders denken und handeln (zumindest wenn ich den genauen zustand des fisches erkenne :lol: ).

BeitragVerfasst: Sa 13. Mär 2010, 06:49
von Carp4Fun
Der Bericht sagt eigentlich alles, wirklich guter Link! :daumenhoch:

Und hier dann nochmal die Kopie aus dem alten Thread:

Absteigerfischen hin oder her (undankbares Thema), aber mit der Unterscheidung Bafo vs. Mefo bleibt das manchmal knifflig. Ich hatte erst im letzten Frühjahr eine Forelle eines Gastanglers vor mir gehabt, bei der ich mir keine genauere Bestimmung zugetraut hätte. Forelle halt. Punkt. :wink:

Genetisch ist das quasi ein und derselbe Fisch, dessen Ausprägung sich nur anhand seines Wandertriebes und somit lebensraumbedingt unterscheidet. Daher auch die inzwischen geläufigere Bezeichnung als Ökotypen bzw. Standortformen bei Salmo trutta anstelle von ehemals "Unterart". Beispiel: Wir haben einen Bachforellenpapa und eine Bachforellenmama und ihre zahlreichen Kinder tragen die schönen Namen Bachforelle, Meerforelle oder gar Seeforelle. Umgekehrt natürlich jeweils das gleiche Spiel. Inwieweit sich diese Aufpaltung vielleicht grob vorhersagen lässt, ob sie immer stattfindet und in welcher Lebensphase sich das entscheidet, kann ich nicht sagen. Ich hatte aber auch schon von Bachforellen gelesen, die sich erst später für ein Leben als Meerforelle entschieden haben sollen und bspw. aus Gründen hoher innerartlicher Konkurrenz und folglich erst wegen Mangel an Standplätzen und Nahrung in Richtung Meer abgewandert sind...

Wenn alles perfekt ist, haben wir eine silberblanke Mefo oder eben eine Rotgetupfte im Kescher. Dazwischen sind die Grenzen wohl oder übel fließend. Naja, immerhin können wir hier im Norden die Seeforelle schon mal weitgehend ausschließen. Und je älter der Fisch, desto besser die Unterscheidungsmöglichkeit -bei Jungfischen meines Wissens unmöglich. Im Idealfall sind bei der Bafo die typischen roten Punkte mit meist gelben Hof ausgeprägt, bei der Mefo erscheinen die Punkte eher kleiner, oft x-förmig. Im Falle Jochis Fang, dürfte es sich bei den vermeintlichen roten Punkten (auf dem Bild für mich nicht erkennbar) vielmehr um Überbleibsel des Laichkleids gehandelt haben. Diffus gemustert, keine klare Abgrenzung, farblich vorwiegend orange. Auch die deutlich schmutziggraue Färbung der Bauchunterseite hab ich schon oft bei Absteigern beobachtet. Aber DAS Merkmal aller Merkmale gibt es da wohl einfach nicht, zumal unsere Forellen in ihrem äußeren Erscheinungsbild einfach hochvariabel sind. Einen weiteren Blick kann man bei der Absteigerfrage aber gerne noch auf die Flossen -vor allem Schwanzflosse- werfen. Die sind vom Laichspiel oft noch mehr oder minder stark in Mitleidenschaft gezogen, womit man selbst einem wieder silbernen Fisch im Meer noch gut die Strapazen seines letzten Laichaktes ansehen kann. Wie bei Lachs vs. Mefo, zählen ansonsten aber einfach die Merkmale in ihrer Gesamtheit -das macht es gerade für Angelanfänger nicht immer einfach...

Fazit: Unterscheidung hängt zum einen stark von der eigenen Erfahrung ab, ist im Zweifelsfall manchmal einfach nicht möglich. Grundsätzlich können wir selbst Anfang April noch vereinzelt mit absteigenden Fischen rechnen. Die geben sich dann schon fast mit den ersten Aufsteigern die Klinke in die Hand. Und teilweise fängt man eben auch Absteiger in relativ guter Kondition; ziemlich kampfstarke Fische, die ihr Laichkleid zum Teil sogar schon wieder abgelegt haben. Zumindest bei diesen Fischen spricht rein gar nichts gegen eine Entnahme, auch moralisch nicht. Alles andere muss jeder für sich entscheiden. Man hört auch immer mal wieder, Absteiger seien grundsätzlich ungenießbar. Aber das behaupten wohl nur diejenigen, die noch nie einen auf dem Teller hatten. :wink: Ich geb`s zu, ich sprech da aus eigener Erfahrung! :oops: 8)

BeitragVerfasst: Mo 15. Mär 2010, 19:17
von Hägar
Hallo,
ich antworte mal hier auf die Fangmeldung der Meerforelle.
Ich muss Störio recht geben, dass es sich hier um einen Absteiger handelt. Das der Fisch nicht den Hauch einer Färbung hat ist unrealistisch, weil silber blank mit losen Schuppen sieht anders aus.
Über die Gratulationen kann ich mich nur bei den Wundern die sich bei der C&R Diskussion so voll hinter den Fisch und den schonenden Umgang gestellt haben.
Es ist ein schöner großer Fisch der auf dem Weg von den Leichplätzen ins Meer ist. Diese Fische fangen im Fluß wieder an zu fressen und Stürzen sich auf alles was sie kriegen. In DK giebt es für diese Fälle Schutzzonen und die Saison in den Flüssen beginnt nicht vor April.
Es kann jeder machen was er will, das ist klar, und es kann sich auch jeder Freuen über das was er möchte!
Für mich als Sportangler und auch als Feinschmecker macht das Angeln auf diese Fische wenig Sinn.
Ich persönlich vertrete die Meinung, dass man den Fischen nach dem Ablaichen die Möglichkeit geben sollte ungehindert ins Meer zurückzukommen.
Für den Meerforellenbestand in dem Fluß ist es egal, ob nun ein Aufsteiger vorm Laichen getötet wird oder der Absteiger vorm nächsten Aufstieg in der kommenden Saison.
Also Petri Heil zum schönen Fisch. Das ist ganz ehrlich gemeint.
Auch wenn ich aus meiner Sicht die ungetrübte Freude nicht ganz nachvollziehen kann.

Gruß

BeitragVerfasst: Mo 15. Mär 2010, 22:41
von dat_geit
Hägar hat geschrieben:Hallo,
ich antworte mal hier auf die Fangmeldung der Meerforelle.
Ich muss Störio recht geben, dass es sich hier um einen Absteiger handelt. Das der Fisch nicht den Hauch einer Färbung hat ist unrealistisch, weil silber blank mit losen Schuppen sieht anders aus.
Über die Gratulationen kann ich mich nur bei den Wundern die sich bei der C&R Diskussion so voll hinter den Fisch und den schonenden Umgang gestellt haben.
Es ist ein schöner großer Fisch der auf dem Weg von den Leichplätzen ins Meer ist. Diese Fische fangen im Fluß wieder an zu fressen und Stürzen sich auf alles was sie kriegen. In DK giebt es für diese Fälle Schutzzonen und die Saison in den Flüssen beginnt nicht vor April.
Es kann jeder machen was er will, das ist klar, und es kann sich auch jeder Freuen über das was er möchte!
Für mich als Sportangler und auch als Feinschmecker macht das Angeln auf diese Fische wenig Sinn.
Ich persönlich vertrete die Meinung, dass man den Fischen nach dem Ablaichen die Möglichkeit geben sollte ungehindert ins Meer zurückzukommen.
Für den Meerforellenbestand in dem Fluß ist es egal, ob nun ein Aufsteiger vorm Laichen getötet wird oder der Absteiger vorm nächsten Aufstieg in der kommenden Saison.
Also Petri Heil zum schönen Fisch. Das ist ganz ehrlich gemeint.
Auch wenn ich aus meiner Sicht die ungetrübte Freude nicht ganz nachvollziehen kann.

Gruß


Was hat das hier mit dem Thema zu tun?

Willst du nun weiter stänkern?

Ich dachte wir hätten das Thema beigelegt. aber bitte es kann gerne weiter gehen, wenn dir danach ist.

BeitragVerfasst: Mo 15. Mär 2010, 22:58
von Schloti
Das muß jetzt aber echt mal gesagt werden,
das Thema C & R und Mefo, Bafo haben wir jetzt rauf und runter diskutiert.
Wenn wir (bzw einige wenige Sportangler ) jeden Fisch, mit einer zu festen Schuppe, hier im Forum auf einen Foto angeprangert wird. Dann endet das wie letztes Jahr das praktisch keine gefangenen Mefos und Bachforellen hier im Forum mehr gezeigt werden.
Das soll jetzt aber nicht die Verantwortung für uns abmindern.........aber wie gesagt die Diskussionen hatten wir zu genüge.

Ich möchte dieses Jahr wieder tolle Fangmeldungen sehen.
Gruß
Sven

BeitragVerfasst: Mo 15. Mär 2010, 23:06
von Jochi
@dat-geit @Schloti
Sehe ich ebenso. Es gibt eben immer wieder Leute, die andere missionieren wollen. Und dann gibt es wieder Leute, die wollen gar nicht missioniert werden... :!: :idea:

Irgendwann muß auch mal wieder gut sein...