EU-Aalrichtlinie

Alles rund um Gewässerbiologie, dessen Gleichgewicht und Verschmutzung.

EU-Aalrichtlinie

Beitragvon dorschgreifer » Mo 24. Nov 2008, 06:58

Für die, die es interessiert. Derzeit gibt es ja viel Gerede um die Aalbestände in Europa.

Diesbezüglich gibt es seitens der EU Bestrebungen die Bestände zu erhalten.

Jetzt haben sich erstmalig auch der DAV und der VDSF zu diesem Thema geäußert.

Genaueres findet ihr hier:

http://www.anglerverband.com/DAV/de/dow ... ntplan.pdf

Man kann nur hoffen, das da nicht mehr Einschränkungen folgen werden, sonst sieht das für die Vereine im Zweifel wirklich duster aus.

Sollten der EU die Maßnahmen nicht reichen, dann muss gewährleistet werden, dass 40% der Laichfähigen Aale abwandern können. Das würde für die Vereine bedeuten, dass sie im Zweifel ihre geschlossenen Gewässer regelmäßig (einmal im Jahr) abfischen müssten um die 40% umzusetzen, in Gewässer, aus denen der Abzug gewährleistet werden kann. Da dieser Aufwand wohl kaum geleistet werden kann, wird es dann wohl keine Besatz mehr in geschlossenen Gewässern geben können. :cry:
Gruß Rüdiger
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Beitragvon Wulfman » Mo 24. Nov 2008, 08:24

Moin Rüdiger

Das ist ja alles schön und gut, aber ich bekomme einen dicken Hals, wenn ich lese, dass die EU von zu treffenden Maßnahmen redet , aber ganz genau weiss, das in Europa immer noch zwischen 80 und 150 Tonnen Glasaale jährlich gefangen und die Hälfte als Export nach Asien verkauft wird.

Ist halt ein sehr gutes Geschäft und bei mittlerweile über 1000 Euro pro Kilo ist die Hemmschwelle derer, die die kleinen, nach nichts schmeckenden Aale, fangen dürfen, quasi bei Null.

Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was die Asiaten für einen Raubbau an den Glasaalbeständen betreiben.

Auch finde ich es geradezu lächerlich den Kormoran und Kraftwerke für den Bestandseinbruch mitverantwortlich zu machen. Sicherlich gibt es dort auch Verluste, aber das betrifft ja nur Fische, die bereits hier ansässig sind und es ist natürlich kein schönes Bild, wenn Aale auf ihrem Weg in die Laichgebiete von Turbienen zerhackt werden und dort werden nicht nur Aale zu Gulasch verarbeitet. Kümmerts die Kraftwerksbetreiber :?: :?:

Ich glaube nicht, dass die Herren im Anzug sich darüber Gedanken machen.

Wenn man sich mal vor Augen hält, wie viele Aale den Weg in unsere Gewässer nicht mehr finden, dann kann man sich ungefähr vorstellen, wann es mit dem Aal bei uns zu Ende geht. 1 Kilo ca. 3000-4000 Tiere, soll ich mal auf 50 Tonnen hochrechnen, lieber nicht, dann würde mir wahrscheinlich schlecht.

Da können die Vertreter aller Verbände sabbeln wie sie wollen, so lange
man mit den Glasaalen Geld verdienen kann wird sich nichts ändern und da helfen auch keine Pseudobesatzmaßnahmen wie letzten Jahr im NOK.

Alles nur Augenwischerer und auf der Strecke bleibt die Kreatur.

Iss meine Meinung, und die Fakten sprechen leider für sich


Gruß

Wolfgang
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Beitragvon dorschgreifer » Mo 24. Nov 2008, 09:18

Im Grundsatz verstehe ich Deinen Unmut Wolfgang.

Für uns in SH ist es aber relativ egal, wieviele Glasaale in Frankreich gefangen werden (wobei ich das auch eine Sauerei finde), da die hier bei uns eh nie hinwandern.

Der Besatz hier bei uns "könnte" allerdings trotzdem Vorteile haben, wenn eine Teil von deren Nachwuchs hier zu uns wandert, egal wie wenige Prozentpunkte das ausmacht. Ist bei Lachs und Meerforelle ja auch nicht anders. Würde man deren Besatz unterlassen, dann sehe das hier mit deren Bestand nicht viel anders aus.

Was da in der Zukunft durch den Klimawandel noch beeinflusst wird, das kann jetzt auch noch keiner genau sagen.

Doch, wenn man nicht irgend etwas unternimmt, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn es irgendwann einmal kein Aal mehr geben wird.

Und eines ist sicher, wenn Regeln aufgestellt werden, dann immer erst einmal das kleinste Glied (die Angler) beschneiden, denn die haben die kleinste Lobby. :?

Ich denke immer, man muss das Beste draus machen und positiv nach vorne sehen, alles andere wäre kontraproduktiv. :wink:
Gruß Rüdiger
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Beitragvon Wulfman » Mo 24. Nov 2008, 09:45

dorschgreifer hat geschrieben:Der Besatz hier bei uns "könnte" allerdings trotzdem Vorteile haben, wenn eine Teil von deren Nachwuchs hier zu uns wandert, egal wie wenige Prozentpunkte das ausmacht. Ist bei Lachs und Meerforelle ja auch nicht anders. Würde man deren Besatz unterlassen, dann sehe das hier mit deren Bestand nicht viel anders aus.


Du hast ja recht Rüdiger und ich persönlich freue mich über alle Maßnahmen, die ergriffen werden um heimische Fischarten zu schützen oder ihren Bestand zu erhalten.

Mein Zorn richtet sich nur nach Brüssel wo ja alles zum Wohl der Fische entschieden wird. Und da sitzen kompetente Leute..................gähn

Das die meisten Maßnahmen dieser Gremien gar nicht durchführbar sind und auch nicht greifen können , steht leider nirgendwo geschrieben. Ich sag nur Fangquoten Nord- und Ostsee, aber das ist wieder ein anderes Thema

Doch, wenn man nicht irgend etwas unternimmt, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn es irgendwann einmal kein Aal mehr geben wird.


Da stimme ich Dir zu 100 % zu.

Ich denke immer, man muss das Beste draus machen und positiv nach vorne sehen, alles andere wäre kontraproduktiv. Wink


Auch hier hast Du meine 100 & tige Zustimmung , aber wie Du leider schon angemerkt hast, haben wir Angler nicht die Möglichkeiten hier langfristig in den Entscheidungsprozess einzugreifen und die ganzen privaten Aktivitäten auch im Hinblick auf teuren Aalbesatz, so schön es ist, darüber zu schreiben und zu lesen, ob man den Aal damit retten kann... :?: :?:

Obwohl ich ein positiv denkender Mensch bin, gibt es für mich in dieser Geschichte einfach zu viele wenns und abers und solange Politiker hier das Sagen haben, wird das ganz, ganz schwierig.

Gruß

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Beitragvon dorschgreifer » Mo 24. Nov 2008, 13:54

Wulfman hat geschrieben:

Mein Zorn richtet sich nur nach Brüssel wo ja alles zum Wohl der Fische entschieden wird. Und da sitzen kompetente Leute..................gähn



Da stimme ich Dir auch zu......

Die Politiker, die dort entscheiden, versuchen das aus "wirtschaftlicher" Sicht zu tun. Bei der Geringen Summe verstehe ich die Logik dahinter allerdings genau so wenig, wie bei den Dorschquoten......

Die ca. 300 Arbeitsplätze, die da wegfallen würden merkt man auf dem Arbeitsmarkt überhaupt nicht und man spart eine ganze Menge Subventionen. Somit könnte man diese Arbeitslosen Fischer doch problemlos mit Wiederansiedelungsprojekten betrauen, das würde im Endeffekt keinen Cent mehr kosten, aber den Beständen helfen. :wink:
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Beitragvon Blanky » Di 25. Nov 2008, 12:25

Das mit dem Mindestmaß von 45 find ich gut, alles unter 50 ist meiner Meinung nach sowieso zu klein.

Das allerwichtigste ist aber das der Glasaalfang komplett unterbunden wird, wenn ich die Typen seh die sich die "Reinschlürfen" werd ich stinksauer.

Das mit den Kormoranbeständen finde ich nicht so wichtig, ist nunmal ein Vogel der Fisch frisst und zu einer Plage ist er ja noch nicht geworden, dann müsste man auch die Wallerbestände reduzieren.

Gruß Blanky
Angeln ist..... Gut gelaunt nach Hause zu kommen auch wenn man Schneider geblieben ist, aber trotzdem den Tag genossen hat.
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Beitragvon Stör-Angler » Mi 26. Nov 2008, 12:54

Für uns in SH ist es aber relativ egal, wieviele Glasaale in Frankreich gefangen werden


Bist Dir da sicher ? Da sämtliche Brut aus der Sargassosee mit dem Golfstrom an die europäischen Küsten kommt würde ich jetzt mal behaupten das sich das auch in SH auswirken wird - siehe : http://de.wikipedia.org/wiki/Sargassosee

Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was die Asiaten für einen Raubbau an den Glasaalbeständen betreiben.


Gar keinen , da Sie keine Fanggebiete haben - dennoch sind Sie für einen Grossteil verantwortlich da Sie den "Bedarf" auf dem Markt haben.

Mitte der 90er Jahre waren noch mehr als 900 Tonnen Glasaale in Europa gefangen worden. 2006 waren es nur noch rund 100 Tonnen, davon wurde knapp die Hälfte als Besatz für Aquakulturen in Asien verkauft.

Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/article ... asaal.html

Besonders schlimm finde ich persönlich die Einstellung der Fischer. Man hat wirklich den Eindruck das die Abfischen würden bis zum geht nicht mehr
Gruss
Tino
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Beitragvon dorschgreifer » Mi 26. Nov 2008, 13:48

Stör-Angler hat geschrieben:
Für uns in SH ist es aber relativ egal, wieviele Glasaale in Frankreich gefangen werden


Bist Dir da sicher ? Da sämtliche Brut aus der Sargassosee mit dem Golfstrom an die europäischen Küsten kommt würde ich jetzt mal behaupten das sich das auch in SH auswirken wird - siehe : http://de.wikipedia.org/wiki/Sargassosee



Wissen kann man das nie....., man weis ja auch noch nicht genau, wie sich die Strömungen verändern, nur, das sie sich verändern.

Nur die, die da gefangen werden, wandern nicht zu uns, sondern in die Französischen Gewässer.

Allerdings, die die dort weggefangen werden, können später keine neuen Aale produzieren, die mal zu uns wandern könnten. Und das könnte dann ja wieder eine Folgeproblem für unsere Bestände werden.

Sehr kompliziert das alles.....
Gruß Rüdiger
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Beitragvon loopcaster » Mi 26. Nov 2008, 16:59

dorschgreifer hat geschrieben:
Wissen kann man das nie....., man weis ja auch noch nicht genau, wie sich die Strömungen verändern, nur, das sie sich verändern.

Nur die, die da gefangen werden, wandern nicht zu uns, sondern in die Französischen Gewässer.


Klär mich bitte einer auf:

Von wo kommen dann die hier schwimmenden, gefangenen Aale her???
:ichweissnicht:
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Beitragvon Wulfman » Mi 26. Nov 2008, 17:14

loopcaster hat geschrieben:Klär mich bitte einer auf:

Von wo kommen dann die hier schwimmenden, gefangenen Aale her???
:ichweissnicht:


Moin Martin

Die kommen natürlich auch aus dem Sargassosee, nur weiß niemand auf welchen Routen die Larven und dann späteren Glasaale in unsere Gewässer gelangen.

Das versuchen Forscher schon seit Jahren zu ergründen, meines Wissens aber ohne Erfolg.

Gruß

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