Eingeschleppte Krebse in der Deckmannschen Kuhle

Alles rund um Gewässerbiologie, dessen Gleichgewicht und Verschmutzung.

Beitragvon dorschgreifer » Do 19. Jun 2008, 07:43

Gestern Abend wollten Frank (Johnny99) und ich es einmal bei Deckmann auf Aaal versuchen, weil es in der Stör mit der Tiede nicht passte, wir aber unbedingt Angeln wollten.

Gesagt getan, um ca. 19:30 waren wir dort und haben unser Gerät aufgebaut. Köder ins Wasser geworfen und abgewartet. Es dauerte nicht alnge, bis die ersten Bisse folgten. Diese waren allerdings alles andere, als angenehm. Immer nur so ein gezuckel und dann nichts mehr, oder die Pose blieb ein paar cm unter der Oberfläche stehen. Frank fing schon an zu sticheln: "das sind bestimmt Krebse...." Als er dann auch noch im Wasser einen toten "Edelkrebs" sah, war ich doch schon sehr erstaunt und fragte mich gleich, wer sowas schon wieder in unsere Vereinsgewässer wirft, habe mir aber weiter nichts dabei gedacht.

Zwischenzeitlich kam dann auch noch unser Referent für Umwelt und Natur zu Besuch und wir plauschten ein wenig. Kurz nachdem er nach hause gegangen war hatte Frank wieder so einen komischen Biss, bei dem sich nach dem Anschlag etwas regte. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir sahen, was da zum Vorschein kam. :shock:

Frank fing doch tatsächlich ein lebendes Exemplar von diesen Krebsen.

Bild

Hier eine Vergrößerung

Bild

Wenig später fing ich auch noch einen ca. 20cm großen Barsch.

Die komischen Bisse gingen fröhlich weiter, aber wir konnten leider keinen davon verwerten. Mir kam dann die Vermutung auf, dass diese Bisse alle von anderen Krebsen kommen könnten und die sich hier schon zur Plage entwickelt haben. Um ca. 24:00 Uhr packten wir dann langsam ein, ohne einen Aal zu Gesicht zu bekommen, hatten aber einen schönen Abend.


Beim Einpacken bestätigte sich dann meine Vermutung zur Krebsplage :shock: Wir schauten mit unseren Kopflamen noch einmal ins Wasser und sahen doch tatsächlich mehrere Exemplare von diesen Fiechern auf dem Sand rumkrabbeln, in allen Größen. Sobald man Ihnen die Angel mit einem Wurm hingehalten hat, haben sie sich da sofort drauf gestürzt. :evil:

Ich kann nicht verstehen, wie man solche Krebse einfach so, ohne Sachverstand in so ein schönes Gewässer setzen kann. Wer weis, wie weit sich diese Biester jetzt ausbreiten und welchen Schaden die anrichten können. Und wenn wir schon mit der Taschenlampe mehrere Exemplare im 30cm tiefen Wasser gesehen haben, dann möchte ich nicht wissen, wie es im Rest der Kuhle aussieht und wieviele es wirklich schon sind. :keineguteidee: :sichernicht: :grrrrrrr:
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Beitragvon marcio25 » Do 19. Jun 2008, 08:13

Das ist ne Riesensauerei :nichtzufassen:

In der Edendorfer sind die Biester auch drinne hab mal einen gesehen.
Das erschwert das Grundangeln in solchen gewässern ungemein. Aber vielleicht ein guter Aalköder??????

Das blöde ist das diese Viecher ja auch noch zum Köder hochschwimmen können und nicht wie die Wollis starr am Grund bleiben bzw. die Steine hochkrabbeln.

Auf jeden fall wird man die nicht mehr so schnell los :Dwut01
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Beitragvon Marcus » Do 19. Jun 2008, 08:38

Die dinger erinnern mich irgendwie an Flußkrebse, kann das sein?

Wenn sie nicht unter Schutz stehen kann man sie ja vielleicht, wie schon gesagt wurde als Köder verwenden oder mann könnte sie gezielt fangen ( falls sie genießbar sind) und dann selber verputzen^^

So kann man die Plage ja eventuell beseitigen. Und man hat noch prima was zum ködern oder zum futtern :wink:


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Beitragvon dorschgreifer » Do 19. Jun 2008, 08:49

Marcus hat geschrieben:Wenn sie nicht unter Schutz stehen kann man sie ja vielleicht,


Unter Schutz stehen die meiner Meinung nach nicht, da die nicht wie unsere heimischen Krebse aussehen, diese hier sind zu groß. Ich denke, das sind diese eingeschlepten amerikanischen Krebse, die schon so manchen Gewässern geschadet haben. Ich habe mal ein Bild unserm LV-Biologen zur Klärung im LV-Forum eingestellt, mal sehen, was er dazu sagt.
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Beitragvon marcio25 » Do 19. Jun 2008, 09:07

Wäre schade da diese Krebse auch die Fischbrut angreifen und dir werden vor der Hechtbrut und anderen schönen fischen keinen halt machen :cry:
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Beitragvon Marcus » Do 19. Jun 2008, 09:56

Da gibts nur eins...
Die Senke rausholen Köders rauf und die Dinger Abfischen. Habe sowas schon im am Meer gesehen und auch selber schon mal probiert, müsste eigentlich gut funktionieren.

Und wenn man sie doch net essen kann, kann man sie halt als Köder verwenden. Dann hat man wieder zwei fliegen mit einer Klappe geschlagen.
- Krebsbestand im Teich verringert
- und günstige Köders gesammelt / bzw. etwas für den Kochtopf.

Also wenn man die fangen darf, wäre ich dafür das man mal ein Krebs angeln veranstaltet, um das Gewässer von den Tierchen best möglich zu befreien.
Wäre ja auch mal ein Event^^ :lol:


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Beitragvon marcio25 » Do 19. Jun 2008, 11:21

Problem wird wahrscheinlich nur sein das die viecher sich vermehren wie die Heuschrecken und wenn nur zwei im teich bleiben ist wieder essig da muß man irgendwie anders vorgehen können mit Krebs-Ex oder irgendwie sowas :dlach02:
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Beitragvon Marcus » Do 19. Jun 2008, 11:56

Joa schon, aber natürliches ausdünnen ist ja auch ne Möglichkeit. :)

Außerdem hat Krebse angeln auch seinen Reiz :lol: :lol:

So kann man die Verbreitung zwar nicht stoppen aber schon einwenig reduzieren, ich denke mal selbst mit der Chemokeule wirst nicht alle erwischen, ohne andere Tiere oder Pflanzenarten zu vernichten.

Also *Krebse angeln, Krebse angeln HEU HEU HEU* :breitgrins:

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Beitragvon Carp4Fun » Do 19. Jun 2008, 12:13

marcio25 hat geschrieben:Problem wird wahrscheinlich nur sein das die viecher sich vermehren wie die Heuschrecken

Davon ist wahrscheinlich auszugehen. Ein Abfischen wär da vermutlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der aus Amerika eingeschleppte Kamberkrebs soll sich übrigens nur aus nem sehr überschaubaren Testbesatz bis in nahezu jeden Winkel unserer hiesigen Gewässer verbreitet haben. Und ist zudem Überträger der Krebspest, die unsere heimischen Flusskrebsbestände arg in Mitleidenschaft gezogen hat. Der Kamberkrebs selbst ist übrigens resistent gegen die Pest... :roll:

Eine sichere Bestimmung dieses Tierchens nur über das Foto traue ich mir nicht zu, aber bestimmt kann der LV-Biologe da 'n bischen mehr zu sagen. Der Kamberkrebs hat markante braune Querstreifen auf seinen Segmenten und nur die Scherenspitze ist orange oder rot. Beim heimischen Edelkrebs findet man diese Streifen auf dem Hinterleib nicht und die Scherenunterseite dürfte komplett rot gefärbt sein. Ein paar weitere Detailfotos wären hilfreich und bestimmt kommen auch noch weitere Krebsarten in Frage. Der ebenfalls aus Amerika stammende Signalkrebs mit seinem markanten hellen Fleck an der Scherengabelung scheint es jedenfalls nicht zu sein.

Tippen würd ich auch mal auf den amerikanischen Vertreter, aber ohne Gewähr!
Nicht, dass ihr da morgen fleißig am Abfischen seid... :lol:

In Sachen Zubereitung hatte ich übrigens mal was Interessantes im AB gefunden. Hier...
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Beitragvon marcio25 » Do 19. Jun 2008, 12:14

Da hilft nur eins:

See leer pumpen und aufsammeln :krank3:
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